Aufbau einer grenzüberschreitenden Infrastruktur für Betreutes Wohnen wird von der EU gefördert
Das Rote Kreuz Kufstein und der Kreisverband Miesbach des Bayerischen Roten Kreuzes haben sich zum Projekt „Betreutes Wohnen daheim“ (Arbeitstitel) zusammengeschlossen, das SeniorInnen in der Region einen längstmöglichen Verbleib in den eigenen vier Wänden sichern soll. Die EU unterstützt dieses Vorhaben mit finanziellen Mitteln aus dem Förderprogramm INTERREG Bayern – Österreich 2007-2013.
Alfred Mittermaier, Kreis-GF des Bayerischen Roten Kreuzes in Miesbach (links) und Harald Bachmeier, Bezirks-GF des Österreichischen Roten Kreuzes Kufstein (rechts) freuen sich über das genehmigte EU-Projekt „Betreutes Wohnen daheim"
SeniorInnen werden mit zunehmendem Alter immer rüstiger und agiler und haben meist nur geringen Pflegebedarf. Trotzdem benötigen sie und ihre Angehörigen Beratung und Hilfe in verschiedenen Fragen des Alterns.
Gerade bei der Versorgung dieser Bevölkerungsgruppe in ihrer vertrauten Umgebung zu Hause durch soziale Institutionen in infrastrukturell benachteiligten Gebieten des ländlichen Raums gibt es Defizite.
Die beiden Geschäftsführer der Rot Kreuz Organisationen aus Kufstein und Miesbach, Harald Bachmeier und Alfred Mittermaier, haben erkannt, dass insbesondere in den Regionen entlang der Grenze ein professionelles Hilfe- und Kompetenznetzwerk in diesem Bereich fehlt. Mit dem über drei Jahre laufenden Projekt „Betreutes Wohnen daheim“ (Arbeitstitel) soll dieser Problematik Abhilfe geschaffen und soziale Angebote zusammengeführt werden.
Im Mittelpunkt steht dabei die Betreuung von SeniorInnen durch angestellte Personen mit sozialer oder gesundheitlicher Ausbildung und Erfahrung im Case-Management. Als erster niederschwelliger Anlaufpunkt wird eine kostenlose zentrale Telefonnummer für den Erstkontakt und die telefonische Beratung in beiden Regionen eingerichtet. So wird auch die Qualität der Betreuung gesichert. Zusätzlich wird ein grenzüberschreitender Besuchsdienst durch Freiwille aufgebaut. Alle diese Maßnahmen dienen der schnellstmöglichen Bereitstellung von unterstützenden Angeboten.
Weiters sind Schulungen und Fortbildungen des Beratungspersonals und der Freiwilligen ebenso Projektinhalte wie die direkte Information der SeniorInnen aus Bayern und Tirol über die konkreten Leistungen des Projektes.
Die Europäische Union und das Land Tirol sind davon überzeugt, dass die Initiative mit Gesamtkosten in der Höhe von € 734.200,-- wichtig und zukunftsweisend für die sozialen Strukturen in der Region ist: 60 % dieser Gesamtkosten kommen aus dem Topf des EU-Förderprogramms INTERREG Bayern - Österreich 2007-2013 und das Land Tirol leistet ebenfalls eine beträchtliche Ko-finanzierung.
Bei der Einreichung begleitet wurden die Rot Kreuz Geschäftsstellen von Mag. Sigrid Hilger von der Abteilung Raumordnung-Statistik im Land Tirol (INTERREG-programmverantwortliche Stelle für Tirol) und von der Geschäftsstelle der Euregio Inntal mit Sitz an der FH KufsteinTirol, die sich mittlerweile als Plattform für grenzübergreifende Belange und Infostelle für Fragen in Bezug auf die EU und ihre Förderprogramme etabliert hat.
Foto: Rotes Kreuz