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Burgenland am EU-freundlichsten, Tirol am skeptischsten

by ww — last modified 2008-09-19 10:34

Beim EU-Beitritt 1994 gab es in Tirol die wenigsten Ja-Stimmen. Seitdem haben die Tiroler immer mit Abstand die geringste Beteiligung bei EU-Wahlen aufzuweisen. Grund könnten auch die vergleichsweise niedrigen Fördergelder sein.

WIEN - Bei der Volksabstimmung für einen Beitritt Österreichs zur EU vor fast 15 Jahren war das Burgenland das bei weitem EU-freundlichste Bundesland (mit 74,66 Prozent Ja-Stimmen im Vergleich zu einer Österreich-weiten Zustimmung von 66,58 Prozent), während sich Tirol am skeptischsten zeigte (56,66 Prozent Ja-Stimmen).

Auch bei der Wahlbeteiligung an den Europawahlen 1996, 1999 und 2004 zeigt sich ein ähnliches Bild: Während sich die Burgenländer an den Wahlen am stärksten beteiligten (2004 mit 58,25 Prozent im Österreich-Gesamtvergleich von 42,43 Prozent), präsentieren sich die Tiroler mit 34,04 Prozent Beteiligung am wenigsten wahlfreudig.

In einer neuen Studie der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) werden jene Gemeinden und Bezirke näher betrachtet, die 1994 eine besondere EU-Befürwortung oder Ablehnung aufwiesen und ihre Beteiligung an den nachfolgenden Europawahlen analysiert.

Auch das Ausmaß, in welchem Bezirke und Bundesländer im Zeitraum 1995 bis 1999 Mittel aus EU-Strukturfonds sowie nationale öffentliche Mittel erhalten haben, wird in der Studie betrachtet. Das Burgenland bekam mit 671,3 Euro pro Einwohner im Bundesländer-Vergleich die höchsten Mittel aus EU-Strukturfonds. Dagegen lag Tirol mit 62,2 Euro pro Kopf unter dem Österreich-Schnitt von 99,60 Euro.


Die EU-skeptischsten Bezirke bei der Volksabstimmung 1994 liegen alle in Tirol. Schwaz (52,75 Prozent Ja-Stimmen), vor Reutte (54,29), Kufstein (54,53), Innsbruck-Land (55,05) und Imst (55,57). Die bei weitem geringste Zustimmung gab es in der Gemeinde Kaisers (11,36 Prozent Ja-Stimmen).


Ein Blick auf die Mittel aus den EU-Strukturfonds und auf nationale öffentliche Mittel könnte die große Zustimmung der Burgenländer erklären. Insgesamt erhielt das Burgenland etwa 460 Millionen Euro, davon 187 Millionen aus den EU-Strukturfonds.

Verglichen damit erhielt das laut Studie eher EU-skeptische Tirol "nur" etwa 107 Millionen Euro, davon rund 42 Millionen aus den EU-Strukturfonds. Auf einen Tiroler kamen 62,2 Euro aus den EU-Strukturfonds, auf die Bewohner der EU-skeptischen Tiroler Gemeinde Schwaz nur 2,9 Euro.

(Quelle: TT.com, APA – 12.09.2008)