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Förderung der Grenzregionen ist und bleibt ein wichtiger Teil der europäischen Strukturpolitik

by ww — last modified 2011-11-18 14:45

Die Euregio Inntal – Chiemsee – Kaisergebirge – Mangfalltal präsentierte bei der Generalversammlung 2010 auf der Insel Herrenchiemsee die umfangreichen Aktivitäten und Projekte der vergangenen Periode. Der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon betonte in seinem Impulsreferat die Wichtigkeit, attraktive Arbeits- und Lebensräume über die Grenzen zu etablieren und zu entwickeln.

Die Euregio Inntal ist seit ihrer Gründung im Jahr 1998 zu einer unverzichtbaren Informationsstelle und Beratungsplattform für die Region zwischen der Stadt Rosenheim, den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und den Tiroler Bezirken Kufstein und Kitzbühel geworden.  

Die Grenzraumentwicklung wird durch verschiedenste Aktivitäten vorangetrieben, unter anderem in der wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit, im Sozialbereich oder der Jobvermittlung. Die organisierten Fachveranstaltungen haben die wichtige Funktion, Mitglieder und weitere Interessensvertreter miteinander zu vernetzen.

„Das Euregio-Netzwerk ist mittlerweile 86 Mitglieder stark, neu dabei ist die Agentur für Arbeit Rosenheim.“ informierten Euregio-Präsident Bgm. Franz Xaver Heinritzi und Geschäftsführer Walter Weiskopf.

Dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, dass im Euregio-Gebiet in den Jahren 2008 und 2009 EU-geförderte Projekte aus dem Programm Interreg mit Gesamtkosten von über 5,6 Millionen Euro genehmigt worden sind.

Darunter etwa auch die Initiative "Handelsweg Inn - von Hall in Tirol bis Wasserburg“, bei der die Euregio als Lead Partner auftrat. In einjähriger Kooperation wurde zum gemeinsamen Auftritt der Projektpartner (Hall i.T., Schwaz, Kufstein, Neubeuern, Rosenheim, Wasserburg) von fachkundigen Autoren eine innovative, wissenschaftlich fundierte Kulturbroschüre inkl. Internetpräsenz entwickelt, die alle Angebote wie etwa Museen zum Inn bzw. zur Innschifffahrt diesseits und jenseits der Grenze zusammenfasst.

Die finanzielle Dotierung des gesamten Interreg-Förderprogramms Bayern-Österreich im Zeitraum 2007 bis 2013 liegt bei 54,1 Millionen Euro.

Heinritzi und Weiskopf berichteten außerdem über den sogenannten Euregio-Kleinprojektefonds: „Damit hat unsere Institution seit einiger Zeit die Möglichkeit, EU-Mittel eigenständig und koordiniert an Projektwerber aus der Region zu vergeben. Es können gezielt Vorhaben bis zu 25.000,-- Euro Gesamtkosten mit einem Fördersatz von 60% unterstützt werden.“

Erste Projekte wurden bereits eingeplant, Interessierte können die Euregio-Geschäftsstelle unter office@euregio-inntal.com kontaktieren.

Nach dem Willen der bayerischen Staatsregierung soll die Förderung der grenzüberschreitenden, transnationalen und interregionalen Kooperation auch nach 2013 ein essentieller Bestandteil der europäischen Strukturpolitik bleiben. Das unterstrich der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon bei seinem Impulsreferat anschließend an die Generalversammlung.

„Einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsraum zu etablieren, die Umwelt- und Lebensqualität zu erhöhen und die ohnehin schon enge Verknüpfung des Kulturraums in der Region zu intensivieren - dazu trägt die Euregio Inntal maßgeblich bei“, so der Finanzminister weiter.

 Der Staatsregierung sei es vor allem wichtig, den ländlichen Raum als eigenständigen Lebens- und Wirtschaftsraum zu sichern und zu erhalten. In den vergangenen 20 Jahren habe der Freistaat speziell auch in den Grenzregionen über die Regionalförderung insgesamt fast 3 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Damit konnten in diesen Gebieten Investitionen in Höhe von 14 Milliarden Euro mobilisiert, 54.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und 330.000 Arbeitsplätze gesichert werden.

„Der Beitrag des Staates ist aber nur die eine Seite. Die andere Seite ist die gelebte Gestaltungskraft vor Ort gemäß den Prinzipien der Subsidiarität und des Föderalismus. Hier greift die Idee der Euregio, einen lebendigen Austausch der Kommunen und Regionen zu fördern, die partnerschaftliche Zusammenarbeit zu stärken und gemeinsam Probleme zu lösen.“ lobte Fahrenschon die Strategie der Euregios.

Ausgehend von dem Referat diskutierten je zwei Vertreter aus Tirol und Bayern auf dem Podium unter Leitung von Redakteur Peter Nindler von der Tiroler Tageszeitung.

Minister Fahrenschon bestätigte dabei, dass die großen Kräfte immer noch auf die Metropolen und großen Zentren ausgerichtet seien - über den Alpenraum werde nach wie vor zu wenig gesprochen. Dadurch bestehe die Gefahr, dass das Gebiet durch die starke Achse zwischen München und Stuttgart "aufgesogen" werde.

Der Rosenheimer Landrat Josef Neiderhell und Bruno Astleitner, Leiter der Wirtschaftskammer Kufstein, betonten, dass die Zusammenarbeit innerhalb der Euregio Inntal immer besser funktioniere. Wichtige Elemente dabei seien die gemeinsame Sprache und Währung.

Hansjörg Steinlechner, Leiter des Arbeitsmarktservice im Bezirk Kufstein, bedauerte, dass bei der Arbeitssuche zwar von Rosenheim nach München geschaut werde, aber nicht nach Kufstein. Auf diese Weise würden vielen Personen gute Chancen entgehen, einen Arbeitsplatz zu finden. "Es gibt noch viel zu tun, damit der Arbeitsmarkt transparenter wird", so Steinlechner.

Bei der offenen Diskussion mit den Mitgliedern der Euregio wurden weitere Kooperationschancen im Zuge einer gemeinsamen Alpenraumstrategie oder im Tourismus angesprochen. Der frühere bayerische Landtagsabgeordnete Adolf Dinglreiter plädierte dafür, die Infrastruktur in der Region weiter auszubauen. So müsse dringend eine bessere Anbindung an den Münchner Flughafen geschaffen werden.