Grenzüberschreitende Jugendschutzkonferenz mit konkreten Ergebnissen
Die Euregio Inntal nahm sich zum zweiten Mal im Rahmen einer sehr gut besuchten Veranstaltung dem wichtigen Zukunftsthema „Jugend in der Region“ an. Hochkarätige ExpertInnen aus dem Gebiet Rosenheim, Traunstein, Kitzbühel und Kufstein folgten der Einladung.
v.li. n. re. Euregio-Präsident Prof. Walter J. Mayr, Landrat Josef Neiderhell, Hausherr Bgm. Wolfgang Berthaler und Moderator Johannes Fischer, Jugendamtsleiter Landratsamt Rosenheim, freuen sich über die gelungene Veranstaltung
Die Euregio Inntal hat im Oktober 2007 zusammen mit der Gemeinde Schwoich mit der ersten Jugendschutz-Konferenz einen erfolgreichen Schritt in diesem Themenbereich gesetzt. Die hohe Teilnehmerzahl und die zahlreichen positiven Reaktionen im Nachhinein haben den großen Stellenwert der Jugend in der Euregio gezeigt. Die Euregio-Führung war sich einig: Weitere Aktivitäten müssen folgen, um auf Themenbereiche konkreter eingehen zu können.
Aus diesem Grund wurde nun Anfang Juni 2008 eine zweite Konferenz in der Inntal-Gemeinde Flintsbach organisiert. Thema: „Niederschwellige Beratungsangebote in Bayern und Tirol“.
Rund 60 ExpertInnen, darunter Bürgermeister, Jugendbeauftragte, Schuldirektoren und Lehrer, Vertreter aus Ämtern und Jugendeinrichtungen sowie der Exekutive aus der gesamten Region diskutierten in drei Workshops in den Themenfeldern „Jugendsozialarbeit an Schulen“, „Offene Jugendarbeit, -beratung und -freizeitarbeit“ und „Aufgaben von Erziehungsberatungsstellen“.
In intensiven Fachdiskussionen wurden Erkenntnisse ausgetauscht, Standpunkte diskutiert und erste Projektkooperationen besprochen. Die Teilnehmer erfuhren, dass in Bayern und Tirol ganz ähnliche Erfahrungen in der Jugendarbeit gemacht werden und auch die Problembereiche dieselben sind.
Im Bereich Jugendsozialarbeit an Schulen wurde festgestellt, dass hier Bayern besser aufgestellt ist. Für den Bezirk Kufstein gibt es z.B. nur zwei Betreuungslehrerinnen, die für 50 Volks- und Hauptschulen zuständig sind. Mehr Sozialarbeit aber bedeutet weniger Straffälligkeit unter Jugendlichen! Deshalb waren sich die Verantwortlichen im Workshop einig: Eine Aufstockung an Betreuungskräften ist ein zentrales Ziel für die Zukunft.
Gespräch statt Strafe! Auch mit diesem Modell beschäftigte man sich in der „Offenen Jugendarbeit“. Wobei die Erfahrungen von Workshop-Leiterin Susanne Bjerler, Jugendbetreuerin im Tiroler Unterland, und der bayerischen Jugendtreff-Leiterin Sabine Heinz eifrig diskutiert wurden. Fakt ist: Ein Jugendzentrum wird immer mehr zur außerschulischen Lernstelle, BetreuerInnen müssen entsprechend hoch qualifiziert sein.
Wie ein roter Faden zog sich eine andere Erkenntnis durch die Veranstaltung: Geldnöte sind in der Jugendarbeit vorherrschend, deshalb fehlt es u.a. an Personal. So auch in den Erziehungsberatungsstellen. Folge: Lange Wartezeiten für Beratungsgespräche. Als zukünftige Maßnahme wurde vereinbart, dass Erziehungsberatungsstellen ihre Tätigkeit in Schulen vorstellen können, um so den Bekanntheitsgrad zu erhöhen und die Zusammenarbeit zu verbessern.
Josef Neiderhell, Landrat von Rosenheim und Schirmherr der Veranstaltung, sowie Kufsteins Vizebürgermeister Euregio-Präsident Prof. Walter J. Mayr waren sich in ihren Worten an die Teilnehmer einig: „Die Förderung und der Schutz der Jugend gehen uns alle etwas an. Mit dieser Konferenz wurde ein weiterer wichtiger regionaler Beitrag zu einer großen Aufgabe geleistet.“
Die Ergebnisse werden nun in einer Tagungsbroschüre zusammengefasst und auf der Homepage der Euregio Inntal unter www.euregio-inntal.com veröffentlicht. Weitere Aktivitäten sind schon in Planung.
Rückfragehinweis:
Euregio Inntal – Chiemsee – Kaisergebirge – Mangfalltal
Präsident Prof. KommR Walter J. Mayr
Geschäftsführer Mag. (FH) Walter Weiskopf
Tel.:+43-(0)5372-718 19-193
e-mail: office@euregio-inntal.com