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Historisch gewachsener Kulturraum

by ww — last modified 2010-04-23 12:32

Der Inn verbindet von seinem Ursprung am Maloja-Pass in der Schweiz auf einer Länge von 517 km den Kanton Graubünden, das Land Tirol und den Freistaat Bayern bis zu seiner Einmündung in die Donau in der Dreiflüsse-Stadt Passau.

Es ist ein historisch gewachsener Kulturraum im Laufe von fast 2000 Jahren entstanden, der besonders die Innstädte in Tirol und Bayern prägt. Die Schifffahrt ab Hall i.T. auf dem Inn geht auf die Römerzeit bis 15 v. Chr. zurück, um schwere Lasten befördern zu können. Besonders im Zeitraum 175 n. Chr. erfolgte ein reger Handelsverkehr zwischen den römischen Kastellen Veldidena (Innsbruck) und Castra Regina (Passau). Von Passau donauaufwärts wurden die Güter weiter für die nördlichen Provinzen des Römischen Reiches zum Ausbau des Limes befördert. Die von den Römern entwickelten Innplätten wurden in der grundlegenden Konstruktion bis zur Einstellung des Schiffsverkehrs auf dem Inn bis Ende des 19. Jahrhunderts verwendet.

Im Mittelalter bis zur Neuzeit waren Personentransporte, wie beispielsweise der kaiserliche Hofstaat, von Innsbruck nach Wien unterwegs. Der Schlosshauptmann von Kufstein Christoph Fuchs von Fuchsberg wurde 1532 mit der „Transport-

regulierung“ auf dem Inn für ein ganzes Heer beauftragt. Befördert wurden insgesamt 35.000 Mann samt Ross und Gefolge zur Entlastung der Verteidiger der Türkenbelagerung in Wien.

An den Inn als Lebensader für die Menschen in unserer Region erinnert heute noch die Schiffsleutbruderschaft in Neubeuern. 1858 wurde der Personenverkehr auf dem Inn durch die Eröffnung der Eisenbahnlinie Rosenheim–Innsbruck eingestellt. Im Jahre 1998 wurde die Ausflugsschifffahrt auf dem Inn zwischen den Kraftwerken Kufstein/Langkampfen und Oberaudorf/Niederndorf wieder aufgenommen. Ebenso gibt es im Raum Wasserburg und von Schärding nach Passau eine Schifffahrt. Ein Schiffverkehr von Hall i.T. nach Kufstein findet nicht mehr statt.

Auch wenn es derzeit unrealistisch erscheint, sollte doch gemeinsam daran gearbeitet werden, als erste Stufe den Personenschiffverkehr zumindest zwischen Kufstein und Rosenheim wieder zu ermöglichen. Als zweite Stufe wäre der Ausbau des Wasserweges bis Passau erstrebenswert – und dann nicht nur für den Personen-, sondern auch für den Lastenverkehr. Die Euregio Inntal und die politisch Verantwortlichen in Tirol und Bayern sollten gemeinsam daran arbeiten, diese Zukunftsvision Wirklichkeit werden zu lassen.

Als Herausgeber des Buches „Handelsweg Inn“ bedanke ich mich sehr herzlich bei allen Autoren, bei den Projektpartnern und Förderern, für die Grußworte aus Tirol und Bayern und dem Team der Euregio Inntal mit Mag.FH Walter Weiskopf und Mag. Ekkehard Wimmer.

 

 

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Prof. Walter J. Mayr