Aschau im Chiemgau
Oberbayern
Einwohnerzahl ca. 5.455
Seehöhe 532 m
Tourist Info Aschau, Tel.: +49(08052)9049-37, info@aschau.de
Veranstaltungskalender: www.aschau.de (Veranstaltungen)
Für geschichtlich Interessierte…
Der Name Aschau („ascove“) taucht bereits im Frühen Mittelalter in Aufzeichnungen der Salzburger Erzbischöfe auf. Funde aus der Römerzeit deuten aber auf eine Besiedlung um ca. 100 n.Chr. hin. Im 12. Jhdt. begründen Ministerialen der Inntaler Grafen von Falkenstein - Neuburg, die Aschauer (um 1150 - 1328), eine gleichnamige Burg im Priental. Bayernweit bedeutsame Adelsgeschlechter, wie die Freyberg (1374 - 1606) und Preysing - Hohenaschau (1606 - 1853) folgten den Aschauern und Mautnern (1328 - 1374) nach und bewahrten die Hochgerichtsbarkeit bis zur Auflösung der Gerichte im 19. Jhdt.
Schon Mitte des 16. Jhdts. entwickelt sich Aschau unter Pankraz von Freyberg, Hofmarschall Albrecht des V. von Bayern, zu einem der Zentren der Eisenverarbeitung in Süddeutschland. Nahezu 350 Jahre lang werden aus den Gruben am Kressenberg (heute Neukirchen an der Autobahn München - Salzburg) die in Siegsdorf bzw. Bergen erstmals eingeschmolzenen „Flossen“ zur Weiterverarbeitung in die Hammerwerke und zum Drahtzug nach Hohenaschau transportiert. Von hier aus wird die Region bis München mit Gebrauchseisen aller Art, Draht und Nägeln versorgt.
In die gleiche Zeit fällt die Gründung der Schlossbrauerei (1549) und die Verleihung der Marktgerechtigkeit (1555) für den Herrschaftssitz im Priental. Schulgründung und Schlosserweiterung fallen in diesen Zeitabschnitt. Auch Aschau bleibt von der Pestzeit um 1633 nicht verschont. Anfang des 18. Jhdts. und letztmals 1809 erstürmen und plündern Tiroler die Burg Hohenaschau.
Schloss und Herrschaftsbesitz wechseln ab 1853 in kurzer zeitlicher Folge den Besitzer (Freiherr Leitner, von Bassenheim und Gutsbesitzer Schweyer). Die Eisengewerkschaft Aschau Achtal - Hammerau übernimmt für einige Jahre den Besitz im Priental.
1875 erwirbt der Nürnberger Großindustrielle Theodor Freiherr von Cramer-Klett die Burg Hohenaschau mitsamt den dazugehörigen Gütern. 1878 initiiert er den Bau einer Vizinalbahn von Prien nach Aschau, die zum wichtigsten Impuls für den beginnenden Tourismus (Sommerfrische) im Tal wird.
1942 erwirbt die Deutsche Reichsmarine Schloss Hohenaschau als Erholungsheim. 1957 sorgt der Bau der Kampenwandbahn für einen starken touristischen Impuls u.a. im Ausflugsverkehr.
Sehen Sie selbst…
Im letzten Drittel des 12. Jhdts. erbauten Konrad und Arnold von Hirnsberg die Burg Hohenaschau als Stützpunkt am Eingang zum Oberen Priental. Bedeutsame Adelsgeschlechter erweiterten den Besitz und bauten das Schloss zum Mittelpunkt des Verwaltungssitzes ihrer hochgerichtlichen Herrschaft aus; mit ihrem Einfluss prägten sie über acht Jahrhunderte Land und Leute im westlichen Chiemgau.
Besichtigt werden kann das Schloss nur im Rahmen einer Führung. Im Zuge der Bayerischen Landesausstellung „Adel in Bayern“ im Jahre 2008 wird die ursprüngliche Ringburg erstmals seit 60 Jahren der Öffentlichkeit komplett zugänglich!
Das heutige Prientalmuseum entstand vermutlich in Zusammenhang mit dem Schlossumbau von 1680. Es ist direkt an die 1637-39 errichtete Schlosskapelle angebaut und während der Schlossführungszeiten geöffnet.
2001 eröffneten die Gemeinde Aschau i.Ch. und der Museumsverein Müllner - Peter von Sachrang e.V. das Müllner - Peter - Museum im Gemeindeteil Sachrang. Genutzt wird das eigens für diesen Zweck renovierte Dachgeschoss des ehem. Schulgebäudes mit einer Ausstellungsfläche von rund 60 m², dem „Lehrer - Hickl - Zimmer“ in der I. Etage und dem Heilkräutergarten im Schulhof.
In der Galerie für Kunst & Kultur zu Hohenaschau gibt es jährlich fünf Ausstellungen internationaler Künstler in den historischen Räumen des Mitteltraktes der Festhalle Hohenaschau zu sehen.
Die Hohenaschauer Sommerakademie vermittelt interessierten Gästen unter Anleitung renommierter Künstler in einer Villa mit malerischem Park unterhalb von Schloss Hohenaschau ganzjährig die gängigsten Fertigkeiten im Umgang mit Pinsel, Stift und Farbe.
Kulturtreffpunkte...
Die Festhalle Hohenaschau war seit den 30er Jahren des 20. Jhdts. so etwas wie ein Mittelpunkt von Tracht und Volksmusik im Chiemgau. Auch heute noch zeigen die drei heimischen Trachtenvereine unverfälschtes oberbayerisches Brauchtum. Termine: regelmäßig von Mai - Oktober!
Daneben gibt es eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen, Schloss- und Kirchenkonzerte und Meisterkurse und -konzerte im Gemeindeteil Sachrang.
Images
Quelle: Tourist Info Aschau i. Ch.