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Kiefersfelden

by root last modified 2006-10-18 14:21

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Oberbayern
Einwohnerzahl ca. 6.853
Seehöhe 500 m
Kur- und Verkehrsamt , Tel.  +49-8033-976527,
info@kiefersfelden.de
Veranstaltungskalender: www.kiefersfelden.de (Veranstaltungen)

Für geschichtlich Interessierte…

Kiefersfelden wurde zum ersten Mal um 1135 in einer Urkunde als „Chiverinesvelt“ erwähnt. Jahrhunderte lang ist das Leben der hier siedelnden Menschen geprägt vom Wechselspiel verschiedener Zugehörigkeiten. Herzöge, Grafen, später Klöster und Erzbischöfe zwischen Salzburg, Freising und Regensburg teilten sich nach Taktik und persönlichem Ermessen ganze Landstriche mitsamt den Bewohnern zu. Diese hatten Waffenmannschaften und Nahrungsmittel zu stellen. Zu den üblichen Abgaben wie Getreide, Brot, Bier, Eier, Fleisch gehörte hier vor allem der Käse.
Eine erste Schiffsbauwerkstatt im Ortsbereich ist seit 1540 nachweisbar. Schon immer aber wurde der Inn als Haupttransportweg für Menschen und Waren genutzt. Der Fluss, die Landwirtschaft mit Viehzucht und vor allem der hier relativ gut zugängliche Waldreichtum sorgten für die spezielle Entwicklung in Kiefersfelden. Die Feuer von Kohlenmeilern rauchten allerorts kräftig und zogen Kohlenbrenner und Holzknechte sowohl aus Tirol wie aus den unteren Inn- und Donauregionen an.
Bis ins 15. Jhdt. wurde im bayerischen Inn-Oberland auch Wein angebaut. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 wurde Kiefersfelden eine selbständige politische Gemeinde. Seit 1961 führt Kiefersfelden das Prädikat Luftkurort. Am 1. April 2005 bereitete der Ort als ernst gemeinten Aprilscherz den Übertritt zu Österreich vor. Die Ortsschilder und Kfz-Kennzeichen der Gemeindewagen wurden an die österreichischen Normen angepasst und es fand ein eigenes Fest statt. Diese Aktion wurde von der Gemeinde ins Leben gerufen, nachdem sie sich von Deutschland und speziell Bayern im Stich gelassen fühlten. Welch weltweite Schlagzeilen dieser symbolische Übertritt machte konnte man vorher nicht absehen. Immer mehr Gemeinden an der deutsch-österreichischen Grenze denken nun über ähnliche Veranstaltungen nach.


Sehen Sie selbst…

Die Alte Pfarrkirche hl. Kreuz ist die erste Kirche, seit 1315 ursprünglich gotisch, später (1685) barockisiert. Der Bergfriedhof gilt als einer der schönsten in Bayern.

Am Ortsrand findet man die Ottokapelle, unmittelbar an der Straße nach Kufstein gelegen. Sie wurde von dem bayerischen König Ludwig für seinen Bruder Otto errichtet, als der sein Amt als König von Griechenland 1832 antrat.

Das älteste Volkstheater Deutschlands (seit 1618) ist der Theaterstadl. 1801 wurde eine Theaterhütte gebaut. Der Bau stand im Obertal und war recht bescheiden. 1833 musste wegen des großen Zuspruchs eine neue, größere Komödienhütte gebaut werden, jetzt an dem Platz an dem sie heute noch steht. Den alten Bühnenboden und die historischen Kulissen verwendet man noch heute. Das Theater ist übrigens auch wegen seiner Kulissen eine kulturelle Sehenswürdigkeit. Es ist die älteste und einzige noch bespielte Barockbühne mit den romantischen bemalten Original-Drehkulissen aus jener Zeit.

Mit dem Wachtl-Express Kiefersfelden, einer Schmalspurbahn mit einer Spurbreite von 900 mm, wurde bis 2003 täglich Kalkstein nach Kiefersfelden zum Heidelberger Zementwerk transportiert. Auf der fünf Kilometer langen Strecke findet seit 1990 an sieben Wochenenden im Jahr auch Personenverkehr statt. Dank seines Zieles in Tirol gehört der Wachtl-Express zu den internationalen Zugverbindungen.

Das Blaahaus in Kiefersfelden wurde 1696 als Arbeiterwohnhaus für die Leute am Schmelzofen, dem so genannten Blaahaus, gebaut. Seit seiner Umsetzung 1996 in den Unteren Römerweg dient es der Gemeinde als Museum und führt seine Besucher durch die Vergangenheit seiner Heimat.

Die Innschifffahrt hat sich in Kiefersfelden mit einer Anlegestelle verankert. Weitere Ausflugsziele von dort aus sind Niederndorf, Oberaudorf, Ebbs und Kufstein. Von Mai bis Oktober.

Kulturtreffpunkte...

Die Ritterspiele Kiefersfelden wurden 1618 gegründet und sind damit das älteste Volkstheater Deutschlands. Die Aufführungen finden alljährlich in den Sommermonaten auf der seit 1833 bestehenden Bühne nach barocken Vorbildern statt. Die Bühne ist mit einer barocken Drehkulisse ausgestattet. Die aus der Region stammenden Spieler führen Stücke auf, die im 19. Jhdt. vor Ort von Joseph Schmalz geschrieben wurden. Die Ritterspiele Kiefersfelden sind vom bayerischen Kultusministerium als volksbildend und künstlerisch besonders wertvoll anerkannt.

Im Kieferer Puppentheater wird traditionelles und modernes Kasperl-Theater aufgeführt. Durch die liebevolle und detailreiche Gestaltung ist das Kieferer Puppentheater weit über die regionalen Grenzen bekannt. Das bayerische Kultusministerium verlieh das Prädikat pädagogisch wertvoll.

Images

kiefersfelden1

Quelle: Kur- und Verkehrsamt Kiefersfelden

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