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Kufstein

by root last modified 2006-11-02 14:27

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Tiroler Unterland
Einwohnerzahl ca. 17.250
Seehöhe 503 - 2344 m
Stadt Kufstein, 
stadtamt@kufstein.at
Ferienland Kufstein, Tel.: +43 (0) 5372 62207, www.ferienland-kufstein.com
Veranstaltungskalender: www.kufstein.at (Veranstaltungen/Kulturtipps)


Für geschichtlich Interessierte…

Das Gebiet um Kufstein ist schon seit rund 30.000 Jahren besiedelt, wie Funde in der Tischofer Höhle im Kaisertal beweisen, welche heute im Heimatmuseum auf der Festung Kufstein ausgestellt sind.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Kufstein im Jahre 788 n. Chr. in einer Besitzurkunde von Bischof Arno von Salzburg. Kufstein war immer wieder in Grenzstreitigkeiten zwischen Bayern, Tirol, dem Habsburger-Reich und Österreich verwickelt, was aber der Stadt auch viel Nutzen als Grenz- und Zollposten brachte. Kaiser Maximilian I. ließ die Festung Kufstein imposant ausbauen, nachdem er sie von den Bayern zurückeroberte. Seit 1504 gehört Kufstein endgültig zu Tirol und damit später zu Österreich. Kaiser Maximilian I. hatte die Burg als Belohnung für sein Eintreten auf der „richtigen“ Seite des bayerischen Erbfolgekriegs erhalten. Der Festungskommandant Pinzenauer wollte sich jedoch nicht so einfach verschenken lassen und weigerte sich die Burg an Maximilian zu übergeben. Der Kaiser nahm die Belagerung auf. Die Gemäuer der Festung waren jedoch so mächtig, dass die Kanonen nur geringen Schaden verursachen konnten. Höhnisch ließ Pinzenauer die herausgeschossenen, kleinen Mörtelstücke mit einem Besen abkehren. Kaiser Maximilian, zur Weißglut gebracht, ließ in Innsbruck die zwei damals stärksten Kanonen des deutschen Reichs – Purlepaus und Weckauf - holen und schoss die Festung sturmreif. Große Teile dieser waren zerstört, die strategische Lage der Festung war aber so wichtig, dass Maximilian die Burg mit einem mächtigen Turm (Kaiserturm) wieder aufbauen ließ. Kufstein sollte uneinnehmbar werden. Pinzenauer und einige seiner Getreuen wurden nach Einnahme der Burg hingerichtet.
Bis 1703 war Kufstein mit seiner Festung standhaft gegen die Einfälle der Bayern. Erst im Jahre 1703 schaffte es eine kleine Spezialtruppe eine Lücke in der Festungsmauer zu nutzen und die Wachen der Festung zu überrumpeln. Kurz zuvor wurden aufgrund eines selbst entzündeten Feuers beinnahe die halbe Stadt sowie der Pulverturm der Festung niedergebrannt. Die Bayern zogen im Jahre 1704 aber wieder aus Kufstein ab.

Sie kamen 1805 erneut, als Kufstein wieder vollständig aufgebaut war. Dafür blieben sie dieses Mal länger. Im Befreiungskampf der Tiroler 1809 gelang es trotz wochenlanger Belagerungen nicht, die bayerische Schlossbesatzung zu überwinden. Der Aufstand wurde niedergeschlagen. Erst mit dem Sturz Napoleons beschlossen die Bayern, dass sie lange genug in der „Perle Tirols“ gewesen waren und übergaben die Stadt 1814 erneut an Österreich bzw. Tirol.

Kufstein ist die größte Stadt im Bezirk Kufstein und die zweitgrößte Stadt (nach Innsbruck) im Bundesland Tirol. Durch das Kufsteinlied von Karl Ganzer wird die Festungsstadt auf der ganzen Welt besungen. Dieses Lied gilt als eines der meistgesungenen und als das meistverkaufte (ca. 100 Mio. mal) volkstümliche Lied der Welt. Das Lied verlieh der Stadt auch den Spruch „Die Perle Tirols“ und dem Fluss den Beinamen „Der grüne Inn“.


Sehen Sie selbst…

Die Festung Kufstein ist das Wahrzeichen der Stadt Kufstein. Unzähligen Belagerungen hielt sie stand, zig Besitzer drückten sich die Klinke in die Hand und bauten Sie zu einer wahren Festung aus, die mächtig über dem Eingang zum Inntal wacht.

Das Madersperger in Kufstein ist ein neuartiger Typ eines Kleinstmuseums. Auf einer Fläche von nicht mehr als 14m² ist es dem Verein der Freunde Joseph Madersperger gelungen, alle wesentlichen Aspekte zum Thema Nähmaschine und Erfinderschicksal aufzubereiten. Das Madersperger setzt in Tirol richtungsweisende Akzente in der Aufbereitung historischer Themen. Die Sinne der Besucher werden durch eine Kombination verschiedener Medien stimuliert.

Der Marienbrunnen am Unteren Stadtplatz ist ein gusseiserner Brunnen, der aus dem Eisenwerk Jenbach stammt und im Jahre 1861 aufgestellt wurde. Der Marienbrunnen hat zwar beide Kriege überlebt, doch schlug seine Abschiedsstunde im Jahre 1964, als er im Zuge einer Baurenaissance abgetragen und zur Verschrottung bestimmt wurde. Zwei Jahre nachher wurde an dieser Stelle ein Marmorbrunnen errichtet. Die Bevölkerung konnte sich mit den flachen Steinschalen jedoch nicht anfreunden. So kam es, dass im Rahmen einer Bürgerinitiative im Jahre 1977 der glücklicherweise noch im Bauhof lagernde alte Brunnen restauriert und wieder aufgestellt werden konnte. Seither erfreut er die Passanten und belebt das Stadtbild.

Die romantische Altstadt Kufsteins lockt mit Galerien, Museen, exquisiten Shops und traditionsreichen Läden, bietet Mode und Zeitgeist, Gastfreundschaft, Spaß und ganz einfach viel Flair. Die Römerhofgasse ist eine beliebte Flaniermeile im Altstadt-Zentrum von Kufstein. Das Weinhaus „Auracher Löchl“, dessen Fassade mit Freskomalereien und Sprüchen versehen ist, kennt man ob seiner Originalität in ganz Europa. Auf einem Mauerbogen werden bekannte „G'schichten“ wiedergegeben.
Durch die Vielzahl der humorvollen auf der Fassade ersichtlichen Verse und Bilder hat auch das benachbarte „Batzenhäusl Schicketanz“ einen besonders guten Ruf.

Claus Riedel war der erste in der langen Geschichte des Glases, der die Formgebung dem Charakter des Weines untergeordnet hat. Er ist damit der Erfinder des funktionalen Weinglases. Ein absolutes Muss ist also für jeden Weinliebhaber ein Besuch der Schauglashütte der Firma Riedel Glas in Kufstein.

Die Innschifffahrt ist Entspannung pur. Wer sanftes Dahingleiten auf dem Wasser liebt, wer neue Blickwinkel schätzt und gesellige Unterhaltung, wer gerne die Seele baumeln lässt – der sollte sich einen Bootsausflug auf dem Inn gönnen. Seit jeher wurde der Inn als Transportweg genutzt. Erst in den 1920er bzw. 1930er Jahren verlor er seine Wichtigkeit mit dem Bau der Eisenbahn. Die moderne Innschifffahrt startete wieder im Jahre 1998 und wurde dafür eine Strecke von ca. 15 km erschlossen, von Kufstein über Kiefersfelden, Ebbs, Niederndorf nach Oberaudorf und wieder zurück. Befahren wird der Inn von April bis Oktober.

Die Thierbergkapelle ist die letzte Einsiedelei Tirols. Das Schloss Thierberg war eine Eigenburg der Herren von Freundsberg und ist 1285 erstmals erwähnt. Die Ruinen der Umfassungsmauer, des Bergfrieds und kleinere Mauerreste sind heute noch erhalten. Erhalten ist ebenfalls noch die 2-geschoßige Schlosskapelle mit dem angeschlossenen Pallas mit angebautem Treppenturm. Die Kapelle hat einen Rokkokoaltar mit dem Altarbild „Enthauptung des hl. Johannes“.

Dipl.-Ing. Max Depolo aus Innsbruck war es, der eines Tages in den 20-er Jahren seine Kufsteiner Freunde dazu ermunterte, im Bürgerturm der Festung eine Freiorgel zu errichten und sie zu Ehren der österr. und dt. Gefallenen des 1. Weltkrieges ertönen zu lassen - 1931 wurde sie erbaut. Die Heldenorgel mit Standort im Bürgerturm auf der Festung wurde im Jahre 1970/71 erweitert und modernisiert und gilt mit über 4.307 Pfeifen, 4 Manualen und zahlreichen raffinierten Spielhilfen als größte Freiorgel der Welt. Sie ertönt täglich um 12.00 Uhr, im Juli und August auch um 18.00 Uhr.

Lebendige Historie findet man im interaktiven Festungs- und Heimatmuseum Kufstein. Archäologische Funde, Gebrauchsgegenstände früherer Tage, aber auch die Darstellung der bewegten Geschichte der Festung und ihrer Stadt stehen im Mittelpunkt des Museums. Entdecken Sie lebendige Geschichte im Rahmen eines Besuches des Museums auf der Festung Kufstein. Öffnungszeiten: Im Winter ist das Festungs- und Heimatmuseum geschlossen, ab Ostern 2004 kann es im Rahmen eines Festungsbesuches besichtigt werden.

Auf der Festung Kufstein befindet sich auch die Carolibastion, hier ist Tanzkunst in Bronze von Meta Mettig von Ellenberger ausgestellt. Die Carolibastion hat ihre heutige Gestaltung und das Aussehen seit 1683.

Ebenfalls auf der Festung in der Annabatterie wurde ein Nutzpflanzen- und Kräutergarten mit über 100 verschiedenen Pflanzenarten angesiedelt. Die Anlage selbst ist benannt nach der Gattin Kaiser Ferdinand I.

Es darf als das imposanteste und repräsentativste Denkmal Kufsteins bezeichnet werden: vor einem Halbrund von sechs Marmorsäulen sitzt die lebensgroße Gestalt von Friedrich List (+1846) und schaut sinnend in die Weite. Der Aufstellungsort auf freier Wiesenfläche liegt abseits jeder kleinstädtischen Enge und vermittelt das, was List wollte, als er sich um ein europäisches Eisenbahnnetz, eine Zollunion und den Abbau der Handelshindernisse bemühte, nämlich Weitblick und Zusammenarbeit.

Kulturtreffpunkte...

Jährlich findet am 30. Dezember das inzwischen sehr beliebte und zur Tradition gewordene Vorsilvester statt. Bis 2003 gab es keine Besuchergrenzen, weshalb damals Schätzungen zufolge über 30.000 Menschen in der Innenstadt feierten. Seit 2004 dürfen aus Sicherheitsgründen höchstens noch 12.500 Menschen diese über die Ländergrenzen hinaus bekannte Veranstaltung besuchen, die seitdem gleichzeitig in der Innenstadt und auf der Festung stattfindet.

Auf der Festungsarena in Kufstein finden das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen für Groß und Klein, Jung und Alt statt. Neu ist das wandelbare Dach, das ab dem Jahr 2006 für Veranstaltungen zur Verfügung steht. Informationen zu den Veranstaltungen findet man im Internet unter www.festung.kufstein.at oder beim Tourismusverband Ferienland-Kufstein.

Jedes Jahr im Jänner findet in Kufstein der Tag der 1000 Lichter statt. Der Untere Stadtplatz in Kufstein wird mit Fackeln und Laternen beleuchtet – Musik, Sänger, Tiroler Schmankerl usw. sorgen für flotte und gleichzeitig romantische Stimmung.

Das Kufsteiner Kaiserfest ist ein großes traditionelles Stadtfest im Herzen von Kufstein mit unzähligen Tanzbühnen, Tiroler Schmankerln und vielen mehr und findet jedes Jahr am letzten Sonntag im Juni statt.

Im Rahmen der Tiroler Festspiele im Juli werden jedes Jahr auf der Festung Konzerte veranstaltet.

Das Volkstheater unterhält seit dem Jahr 1910 (Vereinsgründung) Menschen aus der ganzen Welt mit tollen Aufführungen als eines der größten Volkstheater in Tirol. (www.volkstheater-kufstein.at)

Die Heimatbühne Kufstein präsentiert ebenfalls von Frühsommer bis Herbst Theaterstücke und trägt somit einen großen Anteil am kulturellen Leben in der Stadt. (www.kufsteiner-heimatbuehne.a)t

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Quelle: Ferienland Kufstein

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