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Mariastein

by root last modified 2006-11-07 13:31

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Tiroler Unterland
Einwohnerzahl ca. 289
Seehöhe 575 m
Infobüro Mariastein, Tel.: +43 (5332) 56485,
mariastein@hohe-salve.com
Veranstaltungskalender:
www.mariastein.gv.at (Freizeit/Tourismus)

Für geschichtlich Interessierte…

Im Gegensatz zu vielen andern Orten in Tirol, findet sich bei Mariastein keine lange vorzeitliche Siedlungsgeschichte. Die erste Besiedelung erfolgte erst nach dem Bau der Burg Stein um das Jahr 1350 durch die Ritter von Freundsberg, welche mit diesem Bauwerk ihre umliegenden Besitzungen schützen wollten. Die Burg Stein bildete ein Glied im Festungsbogen, der aus Matzen, Lichtwehr, Schintlburg, Stein, Niederbreitenbach und Tierberg bestand. Doch die Burg und das umliegende Gebiet kamen bereits 1369 an den bayerischen Herzog, als das Tiroler Unterland zu Bayern kam. Dort blieb sie bis 1448 und ging dann in den Besitz der Herren von Ebbs. Bereits bei der Errichtung der Burg bildete diese ein Verwaltungszentrum für die umliegenden Gebiete, so hatte der jeweilige Burgherr auch die niedere Gerichtsbarkeit, Asylrecht etc.
1470 errichteten die Herren von Ebbs eine geräumige Schlosskapelle und stellten eine Marienstatue in ihrem Inneren auf. 1587 kaufte ein Freiherr von Schlurff die Anlage und wollte scheinbar die Statue nach Bayern bringen lassen, diese kam jedoch der Legende nach ohne menschliches Zutun wieder zurück an ihren Platz.
Nach diesem Ereignis wurde die Kapelle zu einem Wallfahrtszentrum ausgebaut und ab 1600 kann Mariastein als zweitwichtigster Marienwallfahrtsort nach Georgenberg bezeichnet werden.
Die wenigen Höfe, welche sich im Umkreis der Burg ansiedelten oder angesiedelt wurden, nahmen zahlenmäßig nie soweit zu, dass man von einer dörflichen Struktur sprechen konnte.
1835 kam die Burg nach verschiedenen Besitzern an das Erzbistum Salzburg, das bis heute den Besitz innehat.
1914 gelobte das 2. Tiroler Landsturmregiment jährliche Wallfahrten nach Mariastein. Seit dieser Zeit ist die Schlosskapelle auch Ziel von Soldatenwallfahrten.

Sehen Sie selbst…

Die Burg Mariastein wurde von den Rittern von Freundsberg um 1350 erbaut. Auf einem Felsen errichtet, führt eine 150 Stufen lange Treppe zur Anlage. Es handelt sich um einen fünfeckigen Wohnturm, dessen untere vier Geschosse noch aus dieser Zeit stammen. Der 3. und 4. Stock stammt aus der Zeit um 1590 und wurden unter Karl von Schlurff errichtet. Um 1550 wurden um den Urbau ein Wohntrakt und ein einfaches Torhaus errichtet. Den Prunkraum innerhalb der Anlage bildet der Fürstensaal mit seiner Ende des 16. Jhdts. errichteten Kassettendecke. Dieser befindet sich im Wohntrakt.
In der untersten Etage des Turmes wurde das Verließ eingerichtet. Es wurde aus dem Stein gemeißelt und ist mit einem gotischen Gewölbe aus der ersten Bauphase ausgestattet. Das nächste Stockwerk beherbergt den Rittersaal, der heute als Museum dient.
Es werden dort vor allem Reste des einstigen Kirchenschatzes der Schlosskapelle ausgestellt. Das berühmteste Objekt der Ausstellung stellen der Erzherzogshut und das Zepter Ferdinands II. dar, welche vom Landesfürsten Maximilian dem Deutschmeister gestiftet wurden. Die ältesten Mirakelbilder der Wallfahrt runden die Ausstellung ab.
Im dritten Stock findet sich die Beicht oder Kreuzkapelle mit Kassettendecke, Beichtstühlen und Chorgestühl.
Im vierten Stock schließlich befindet sich die Gnadenkapelle mit dem Standbild der Madonna, dem Zentrum vieler Wallfahrten aus dem Jahr 1470.

 

Images

Mariastein1

Mariastein2

Quelle: Gemeinde Mariastein

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