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Radfeld

by root last modified 2006-11-07 13:15

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Tiroler Unterland
Einwohnerzahl ca. 2.050
Seehöhe 512 m
Informationsbüro Rattenberg-Radfeld, Tel.: +43 (5337) 63321,
rattenberg@alpbachtal-seenland.at
Veranstaltungskalender:
www.radfeld.tirol.gv.at/ (Veranstaltungen)

Für geschichtlich Interessierte…

Ein Findlingstein am Lindenbühel vor der Radfelder Kirche mit dem eingemeißelten Schriftzug „ad ratfeld ecclesia cum territorio“ und der Jahreszahl 788 erinnert an das 1.200 Jahr-Jubiläum, das die  Gemeinde im Jahr 1988 feiern konnte. In der so genannten „Notita Arnonis“, einem Güterverzeichnis des späteren Erzbischofs Arno von Salzburg aus dem Jahr 788 wird zu Radfeld eine Kirche mit Grundbesitz erwähnt. Der Name Radfeld wird von den meisten Historikern mit „das Feld des Rato“ gedeutet. Dieser bayrische Adelige Rato, Ratbold oder Rapoto entstammte wahrscheinlich dem angesehenen Geschlecht der Aribonen,  das während der bayrischen Landnahme im  6. und 7. Jhdt. im Unterinntal eine bestimmende Rolle gespielt hatte. Das  Rattenberger Salbuch (= Güterverzeichnis) berichtet, dass im Jahr 1416 das herzoglich bayrische Amt sowie die Klöster Seeon am Chiemsee und Ebersberg die drei Radfelder Grundherrschaften waren.
Jahrhunderte lang lebten die Radfelder fast ausschließlich von Land- und Forstwirtschaft. Inzwischen ist aus dem kleinen Dorf mit etwa 30 bäuerlichen Anwesen um 1900 eine Gemeinde mit über 2.000 Einwohnern geworden, die 1.400 Arbeitsplätze anbieten kann.

Sehen Sie selbst…

In der Mitte des Dorfes steht die Filialkirche zum hl. Briccius mit dem weithin sichtbaren roten barocken Turm. Die von den Aribonen zwischen 700 und 740 erbaute erste Kirche war nach Ansicht des Lokalhistorikers Matthias Mayer, Pfarrer von Going, sicherlich keine Pfarrkirche im heutigen Sinn, wohl aber eine Taufkirche. Dafür spricht die noch bestehende Zisterne (Bricciusbrunnen) mitten im Langhaus. Die Kirche war im Mittelalter der Großpfarre Reith, ab 1786 der neu gegründeten  Pfarre Rattenberg, unterstellt.
Der heutige Kirchenbau entstand im 15. Jhdt. und ist der dritte Bau an dieser Stelle. In der Süd- und Westwand sowie im Unterteil des Turmes wurde bei der letzten umfassenden Renovierung Mitte der Siebzigerjahre romanisches Mauerwerk aus dem 12. Jhdt. vorgefunden.
Sehenswert in der Kirche ist das dem hl. Briccius gewidmete Bild von Christoph Anton Mayr (1750) am neu geschaffenen barocken Hochaltar. Beachtenswert  sind auch die freigelegten  Malereien rund um die Schlusssteine des gotischen Netzrippengewölbes und den Wänden im Chorraum.
In allen geraden Jahren ist in der Kirche zu Ostern das weitum bekannte Heilige Grab zu besichtigen.
Im Jubeljahr 1988 wurde die Bricciussäule,  eine Marmorsäule  mit  einem Bronzerelief vom Kramsacher Künstler Helmut Nindl aufgestellt.

In der Radfelder Sommerau, unterhalb des Gratlspitzmassives, fand man  im Zuge von archäologischen Ausgrabungen in den letzten Jahren Reste eines 3.000 Jahre alten Kupfer-Abbaufeldes.

Der gelbe Inntalengel grüßt alle Autofahrer von einem Turm der Radfelder Kläranlage. Das Kunstwerk aus Stahl wurde vom Kramsacher Künstler Alois Schild geschaffen und soll an den Wahnsinn des Autobahnverkehrs erinnern.
In den Jahren 2004/2005 wurde gegenüber der Kirche ein modernes Gemeindezentrum errichtet.

Kulturtreffpunkte...

Nicht mehr aus dem Radfelder Kulturgeschehen wegzudenken sind die Veranstaltungen in der Aula der Volksschule. Mit großem Erfolg organisiert der Kulturausschuss der Gemeinde mehrere Veranstaltungen im Jahr.
Sänger und Musikanten aus Nord- und Südtirol, aus Bayern und aus Salzburg gestalten seit Jahren mit der dörflichen Chorgemeinschaft das Radfelder Frühjahrs- und Adventsingen.

Der von den Schützen veranstaltete Bricciusmarkt wird jedes Jahr zugleich mit dem Fest des Kirchenpatrones um den 13. November abgehalten. Die Schützen richten auch an jedem letzten Samstag vor Weihnachten die Radfelder Schützenweihnacht in der Dorfkirche aus.

Images

 Radfeld1

Quelle: Gemeinde Radfeld

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