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Rattenberg

by root last modified 2006-11-07 13:33

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Tiroler Unterland
Einwohnerzahl ca. 490
Seehöhe 521 m
Informationsbüro Rattenberg-Radfeld, Tel.: +43 (5337) 63321,
rattenberg@alpbachtal-seenland.at
Veranstaltungskalender:
www.rattenberg.at/kultur/veranstaltungskalender/frame_vkalender.html

Für geschichtlich Interessierte…

Rattenberg am Inn ist mit ungefähr 440 Einwohnern und 11 ha Gemeindegebiet die kleinste Stadt Österreichs. Sie wurde urkundlich erstmals 1254 n.Chr. genannt, 1393 erfolgte die Stadterhebung. Als eine der wenigen Städte Europas, die sich das mittelalterliche Stadtbild nahezu zur Gänze erhalten hat, bietet sie ein besonderes Flair.
Die Rattenberger Glasverarbeitung geht ins 19. Jhdt. zurück. Damals siedelten sich einzelne Glasveredler nahe der Glashütte Kramsach, die auf eine 300jährige Tradition zurückblicken konnte, an. Heute unterstreicht ein Dutzend glasveredelnder Betriebe den Ruf Rattenbergs als Glasstadt Tirols.
Im Jahre 1996 wurde Rattenberg durch die Eröffnung des Umfahrungstunnels von der quälenden Verkehrslawine durch das Ortszentrum befreit. Seither hat sich das Leben für Bewohner wie Gäste enorm gewandelt.

Sehen Sie selbst…

Die Burg zu Rattenberg war die wichtigste Befestigungsanlage des Herzogtums Bayern im Unterinntal. Urkundlich erstmals 1254 erwähnt, dürften ihre Anfänge aber bis in die Zeit der Rapotonen (10. Jhdt.) zurückreichen.
Ursprünglich als reine Militäranlage geplant, entwickelte sie sich im Laufe der Zeit zum Verwaltungszentrum der Stadt. Bis zum 15. Jhdt. ging der ganze Verkehr über den Schlossberg, wo auch Zoll zu entrichten war. Im Laufe ihrer wechselvollen Geschichte wurde die Burg unter bayerischer Herrschaft mehrmals an Tirol verpfändet. 1504 kam sie unter Kaiser Maximilian I. endgültig zu Tirol und Österreich. Anfang des 16. Jhdt. Wurde sie von Michael Zeller erweitert und verstärkt. Damals erhielt sie auch ihren heutigen Umfang. Fortan blieb sie im Wesentlichen bis ins 18. Jhdt. unverändert.
Im Verlauf des 18. Jhdt. verlor die Burg nach und nach ihren Festungscharakter. Durch diverse Brände und notorischen Geldmangel verfiel sie zunehmend und war vom militärischen Standpunkt aus gesehen mittlerweile völlig veraltet.
1782 kam ein Edikt heraus, das alle Festungen Tirols mit Ausnahme von Kufstein zum Verkauf ausschrieb. Der Rattenberger Schmiedemeister Joachim Pöll kaufte die gesamte Anlage in der Absicht, sie radikal auszuschlachten. Er riss sämtliche Eisenteile, Holzarbeiten, Fenster- und Türstöcke heraus, ließ die Dächer abtragen und zerstörte selbst die Ziegelgewölbe.

Im Jahr 1385 stiftete der bayerische Jägermeister Johann Kummersbrucker das Augustiner-Eremitenkloster von Rattenberg. Im Laufe der Jahrhunderte mehrmals verändert und erweitert gehört es heute mit seinem gotischen Kreuzgang, der spätgotischen Hofer-Kapelle, der barocken Ecce-Homo-Kapelle sowie der großen Klosterkirche zu den herausragenden historischen Baudenkmälern der Region. 1971 wurde das Kloster aufgegeben und der Baukomplex zum Augustiner-Museum umgebaut, welches 1993 eröffnet werden konnte.

Kulturtreffpunkte...

Die heitere Zeitreise ins Mittelalter – jeden Samstag um 16:00 Uhr mit amüsanten Anekdoten aus der Vergangenheit der Stadt. Treffpunkt ist der Parkplatz P1 West (Nagelschmiedhäuser).

Die Schlossbergspiele finden seit 1952 jedes Jahr Ende Juni bis Anfang August auf einer Freilichtbühne statt.

An den Samstagen im Dezember ist die Stadt auf den Spuren von Brauchtum und Tradition in der stillen Zeit des Rattenberger Advents. Besinnliches in Wort und Musik wird von Künstlern der Region und in der Stadt beheimateten Vereinen dargeboten.

Images

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Quelle: Augustinermuseum Rattenberg

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