Personal tools
You are here: Home Projekte Euregio Inntal Kulturfuehrer Rohrdorf
Document Actions

Rohrdorf

by root last modified 2006-11-07 13:43

Zurück zur Übersichtskarte

Oberbayern
Einwohnerzahl ca. 5.423
Seehöhe 524 m
Gemeinde Rohrdorf, Tel.: +49(08032)9564-0,
info@rohrdorf.de
Veranstaltungskalender: www.rohrdorf.de/kultur_tourismus/kultur_tourismus.html (Veranstaltungen)

Für geschichtlich Interessierte…

Auf Moränenhügeln, östlich des Innflusses und auf den Anhöhen beiderseits der Rohrdorfer Ache, im Gebiet der heutigen Einheitsgemeinde Rohrdorf, sind Siedlungen aus prähistorischer und frühgermanischer Zeit nachweisbar. Nach dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft im 5. Jhdt. gingen die Anlagen der Militär- und Verwaltungszentren, damit auch die landwirtschaftlichen Güter, in den Besitz der germanischen Grafen über.
So wurde der Rohrdorfer Urhof zum Salhof des Herrengeschlechtes der Aribonen und damit - nach Teilung in vier Höfe - die Grundlage für die Weiterentwicklung des Oberdorfes von Rohrdorf. Im Jahre 788 n. Chr. fand die erste urkundliche Erwähnung der Orte Rohrdorf, Lauterbach und Höhenmoos statt.
Vom 12. bis zum 15. Jhdt. finden wir den Ortsadel der Rordorfer, Ministerialen der Grafen von Falkenstein und das Adelsgeschlecht der Bschächel.
Die gegenseitigen Beziehungen der drei Gemeinden zueinander reichen bis in das frühe Mittelalter zurück. Im 12./13. Jhdt. umfasste die damalige Großpfarrei Rohrdorf, neben sieben anderen Kirchen wie Grainbach, Roßholzen und Neubeuern, die Filialkirchen Lauterbach und Höhenmoos.
In der Folgezeit gab es manche Veränderung, bezüglich der Ortsteile in den Obmannschaften, die im 18. Jhdt. alle drei zum Amt Rossersberg gehörten. Die Ortsteile unserer drei Dörfer sind immer enger zusammengewachsen und haben sich zu Dorfgemeinschaften mit eigenem Vermögen und Rechten entwickelt. Dies war ausschlaggebend, dass sie durch das Gemeindeedict von 1808 und die Bayerisch-Königliche Verordnung des Jahres 1818 als Ruralgemeinden anerkannt und bestätigt wurden. Sie waren bis zur Gebietsreform der 70er Jahre unseres Jahrhunderts selbständige Gemeinden mit eigenem Wappen.
Alle drei Gemeinden waren durch Jahrhunderte hindurch vorwiegend landwirtschaftlich ausgerichtet. Außer den üblichen Dorfhandwerkern, der Müller, Schmiede, Kistler und Maurer, gab es den Beruf des Samers und des Scheibenboten. Letztere transportierten Salz auf dem Rücken der Pferde, später in zwei- bis dreispännigen Wagen. In der Übergangszeit vom 19. zum 20. Jhdt. ist bereits der Beginn einer strukturellen Wandlung der Berufe zu erkennen - aus Bauern wurden Oekonomen, die durch die Nutzung der Wasserkraft, der Steinbrüche, sowie der Torf- und Lehmlagerstätten und der Fuhrwerkerei teils zu beachtlichem Reichtum gelangten. Auch nach Kohle wurde Mitte des 19. Jhdts. im Bereich des Schaurainer Berges und unterhalb von Höhenmoos geschürft, allerdings mit wenig großem Erfolg.
Die Folge der Industrialisierung und der große Zustrom von Flüchtlingen aus dem Sudetenland und Schlesien nach dem Zusammenbruch des Reiches führte zu einem sprunghaften Anstieg der Bevölkerung, vor allem in Thansau. Dieser Ortsteil wurde durch die Innkorrektion und den Bau des Staudammes der Innwerke erst zu besiedelbarem Gebiet.

Sehen Sie selbst…

Die Pfarrkirche Rohrdorf wurde um 788 n.Chr. erstmals erwähnt und im 15. Jhdt. im spätgotischen Stil neu erbaut und ist St. Jakobus dem Älteren geweiht. Ein Großbrand am 27.März 1765, dem noch fünf weitere umliegende Anwesen zum Opfer fielen, zerstörte sie vollständig. Der Neubau von 1767 bis 1772 erfolgte im Übergangsstil vom Spätbarock zum Frühklassizismus. Die Inneneinrichtung erfuhr 1787 eine Bereicherung durch den vom Damenstift in Hall in Tirol erworbenen Hochaltar mit barockem Säulenaufbau aus dem Jahre 1712, den der Jesuitenkünstler Fr. Jakob Amrhein schuf.

Im Ortsteil Sachsenkam, beim Dick-Bauern ist ein aus dem 17. Jhdt. erhaltener Getreidekasten mit geschnitztem eichenem Tor zu sehen der so genannte Dick-Stadl.

Das Achentaler Heimathaus wurde von 1980 bis 1983 durch den Trachtenverein in Rohrdorf aus den Beständen eines denkmalgeschützten Hofes (stilvolles altes Bauernhaus) als Heimathaus wieder aufgebaut. Es besteht aus Vorderhaus, Stall und Tenne. Im Vorderhaus befinden sich zehn mit Originalmöbeln und alten Einrichtungs- und Arbeitsgegenständen komplett ausgestattete Kammern. In der Tenne werden die großen Arbeitsgeräte wie Odel- und Leiterwagen, Schlitten, Pflüge Dreschgeräte usw., sowie eine Wagnerwerkstatt ausgestellt. Eine Besonderheit ist die Holzbibliothek. Es handelt sich dabei um eine ‚Sammlung verschiedener Holzarten, eine Kombination von Holzprobe und Herbarium in Buchform.

Kulturtreffpunkte...

Theateraufführungen und Feste gehören auch hier zum Gemeindeleben dazu, für Informationen zu den Veranstaltungsterminen gibt der Veranstaltungskalender auf der Website der Gemeinde Rohrdorf Auskunft.

Images

rohrdorf1

Quelle: Gemeinde Rohrdorf