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Rott am Inn

by root last modified 2006-11-07 13:43

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Oberbayern
Einwohnerzahl ca. 3.562
Seehöhe 430 m
Gemeinde Rott a. Inn, Tel.: +49(08039)9068-0,
info@rottinn.de
Veranstaltungskalender: www.rott-am-inn.de (Veranstaltungen)

Für geschichtlich Interessierte…

Bald nach der bajuwarischen Landnahme ist der Ort wohl nach dem gleichnamigen Flüsschen Rott, das östlich von Feldkirchen in den Inn mündet und in den ältesten Freisinger Traditionen aufscheint, benannt. Die Urkundenform „ad Rota“ (769) und „flumen qui dictur Rota“ (773), sowie die mundartliche Form Roud verweisen auf „Rotaha“, was soviel wie roter Bach bedeutet. Doch die wichtigste Urkunde ist jene, die über das Aussterben des Grafengeschlechts in Rott und über die Gründung des Klosters berichtet. Am 11. August 1081 fällt der junge, mit Elisabeth von Lothringen vermählte Graf Kuno von Rott in der Schlacht bei Hochstädt/Donau. Da dieser keine Erben hatte, stiftete sein betagter Vater, der Pfalzgraf Kuno, seine Besitzungen zur Gründung eines Klosters.
Zweimal war die Abtei mit dem Kirchenbann belegt: 1239, als sie in den Kämpfen Friedrich II. gegen das Papsttum zum Staufenkaiser hielt und 1534, weil sie Kaiser Ludwig dem Bayern anhing. Nach dem Hussitenkrieg, der völlige Verschuldung brachte, folgte der Landshuter Erbfolgekrieg mit Brandschatzung und Plünderung. Im Jahre 1504 verfiel sie sogar in die Reichsacht und man beschlagnahmte alle Güter, weil Abt Johannes III. die Truppen des Pfalzgrafen Rupprecht „tag und nacht hat ein- und ausziehn lassn“. Nach dem österreichischen Erbfolgekrieg, der erneut hohe Steuern, Kontribution und Teuerung brachte, hat sich die wirtschaftliche Lage dennoch gebessert. Abt Benedikt II. (1757-1776) ließ anstelle der romanischen Basilika eine neue Klosterkirche, die zu den besten kirchlichen Bauten des 18. Jhdts. in Deutschland gehört, erbauen. Bedeutende Künstler (Johann Michael Fischer, Ignaz und Matthäus Günther, Joseph Götsch, sowie Franz Xaver Feichtmayr und Jakob Rauch), haben dieses Juwel des bayerischen Rokoko entstehen lassen.
Bei der am 1.4.1803 erfolgten Auflösung der Abtei wurden die Gebäude des Klosters verkauft, der große Waldbesitz verstaatlicht, die umfangreiche Bibliothek mit wertvollen alten Handschriften verschleudert und leider nur zum Teil staatlichen Archiven zugeleitet. Mit der Säkularisation endete die bewegte Geschichte des Benediktinerklosters Rott, die stets auch die Geschichte des Ortes und seiner Bewohner war. Aus der ehemaligen Klosterhofmark bildete sich die Gemeinde, deren wirtschaftliche Lage anfangs schwierig war. Nach dem 2. Weltkrieg erlebte Rott einen raschen Aufschwung, so dass der Ort wieder einen Mittelpunkt zwischen den Städten Wasserburg und Rosenheim bildet, in dem reges Vereinsleben herrscht und eine Vielzahl von Gewerbebetrieben Arbeitsplätze sichern und wirtschaftliche Grundlage für die Gemeinde bedeuten.

Sehen Sie selbst…

Die Klosterkirche in Rott am Inn ist eine der reinsten und kostbarsten Rokokobauten Bayerns so urteilt der Polyglott Reiseführer. Johann Michael Fischer schuf die Architektur, Ignaz Günther den Hochaltar und die Skulpturen Matthäus Günther die Deckenfresken. Im Jahre 1083 stiftete Pfalzgraf Kuno von Rott den Benediktinern ein Kloster in Gedenken an seinen einzigen gefallenen Sohn. Seit 1763 steht an Stelle der ursprünglichen romanischen Basilika das heutige Rokokobauwerk. 1803 aufgelöst und zu einem großen Teil verkauft fielen auch noch im Jahre 1937 etliche Teile des Klosters einem Großbrand zum Opfer. 1994-2002 wurde eine Generalsanierung vorgenommen und ist die Kirche jetzt in ihrer Pracht wieder zu besichtigen.

Der am 03. Oktober 1988 verstorbene bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß ist in Rott a. Inn in der Strauß Gruft begraben. Er wurde in der Familiengruft Kaiser/Zwicknagel neben seiner 1984 verstorbenen Gattin Marianne, geb. Zwicknagel, die er 1957 in der Rotter Klosterkirche heiratete, beigesetzt. Die Gruft befindet sich am unteren Eingang zum alten Teil des Rotter Friedhofs. Nach ihm wurde der Weg benannt, der von der Bahnhofstraße zum Klosterhof und weiter zur Gruft führt.

Kulturtreffpunkte...

Theaterveranstaltungen, Blumenschmuckwettbewerb, Bauernmarkt und die verschiedensten Feste verkürzen ein Jahr in Rott am Inn.

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Quelle: Josef Maierbacher

 

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