Schleching
Oberbayern
Einwohnerzahl ca. 1.750
Seehöhe 570 m
Touristik-Information, Tel.: +49(8649)220, info@schleching.de
Veranstaltungskalender: www.schleching.de/kultur_fs.htm (Veranstaltungen)
Für geschichtlich Interessierte…
Bodenfunde beweisen, dass das Gebiet um Schleching schon in der Bronzezeit vereinzelt besiedelt bzw. ein Durchzugsgebiet war.
Zwischen 1114 und 1184 n.Chr. tauchten die Namen der Edlen von Raiten, Mettenham und von Streichen auf (Streichen, Strichen, strictus = Saumweg). Es ist bekannt, dass die Streichenritter mehrmals in den Jahren 1160/84 als Siegelzeugen auftraten. Sie lebten auf der Streichenburg auf dem heute noch so genannten Schlossberg oberhalb der Streichenkirche. Herr Hartwicus de Strichen wurde 1184 im Kloster Raitenhaslach bei Burghausen begraben und sein jüngerer Bruder Chuno kam im dritten Kreuzzug mit Kaiser Friedrich Barbarossa auf dem Weg zum hl. Grab ums Leben. Auch im Ort Schleching selbst muss ein höher gestelltes Geschlecht gelebt haben, da im Jahre 1190 der Sohn eines Walthers „de Slehingin“ als Siegelzeuge in einer Vertragsurkunde genannt wird. In Schenkungsurkunden der Klöster Baumburg bei Altenmarkt und St. Peter in Salzburg, sowie vom Domkapitel Salzburg aus der Zeit von 1122 - 1147 wird der Ort „Slehingin“ zum ersten Mal erwähnt. Aus diesen Urkunden geht auch hervor, wie manche Schlechinger Höfe durch Schenkung an die Klöster Baumburg, St. Peter und an die Kirche von Salzburg kamen.
Überlieferungen, Sterbebücher, und Pestkreuze (diese wahrscheinlich aus der Zeit des 30-jährigen Krieges) berichten auch von harten Zeiten, von Kriegsnot und Tod. Der Kroatensteig am Taubensee, früher als Tolpatschenweg bezeichnet, den österreichischen, kaiserlichen Soldaten als Übergang ins Achental dienend, erinnert an den österreichischen Erbfolgekrieg. 200 Jahre früher (1505) sollen im Kampf gegen Kaiser Maximilian bei Grassau 350 Angehörige des Landaufgebotes, darunter wohl auch Schlechinger, umgekommen sein. Aus der Napoleonzeit (1809) wird uns auch von Übergriffen Tiroler Freiheitskämpfer berichtet.
Große Bewegungen brachten schließlich die beiden Weltkriege in die Schlechinger Bevölkerung. Die Einwohnerzahl von 655 im Jahre 1855 erhöhte sich mit starken Schwankungen zwischen 1925 und 1935 auf nur 834 im Jahre 1941. Bis Kriegsende und in die Nachkriegszeit stieg jedoch die Zahl trotz sehr vieler Gefallener wegen der Aufnahme von Evakuierten und Heimatvertriebenen rasch von 834 auf 1300 und sank wegen der Landflucht 1965 wieder auf 1200.
Die früher vorwiegend bäuerliche Bevölkerungsstruktur unterliegt heute einem starken Wandel. Die drastische Abnahme landwirtschaftlicher Betriebe und die lebhafte Bautätigkeit bei wachsendem Tourismus führten zu einer wirtschaftlich-sozialen Umschichtung und zu einer spürbaren Überfremdung.
Sehen Sie selbst…
Nach dem 2. Weltkrieg wurden unter Pfarrer E. Pichler alle drei zur Pfarrei gehörenden Gotteshäuser renoviert. Die Raitener Marien-Wallfahrtskirche, die Schlechinger Pfarrkirche, deren erneute, umfassendere Außen- und Innenrenovierung unter Pfarrer S. Wieser 1983 begann und 1993 zum Abschluss kam, und vor allem die Streichenkirche. Diese im Bereich der urkundlich erwähnten Tingstätte unterhalb des Schlossberges gelegene spätgotische Kirche wurde möglicherweise schon im 9. Jhdt. als Kapelle angelegt. Zur Zeit der Streichenritter im 12. Jhdt. als Burgkapelle und später als Servatius-Wallfahrtskirche dienend ist sie mit ihren einzigartigen, 1954 freigelegten, aus der Zeit um 1440 stammenden Wandmalereien ein außergewöhnliches Zeugnis mittelalterlicher Kirchenkunst und der darin zum Ausdruck kommenden Frömmigkeit in jener Zeit.
Die historische Hammerschmiede in Raiten ist 1697 errichtet worden. Sie ist ein Zeugnis des einst blühenden Wirtschaftszweiges der Eisenverarbeitung im Voralpenland. Die zwei schweren Eisenhämmer des ehemaligen Zain-hammers werden noch wie in vergangenen Zeiten von einem großen Wasserrad und einer massiven Achswelle aus Eichenholz angetrieben. Historische Werkzeuge, Geräte und Einrichtungen geben Einblick in die Arbeitswelt der alten Dorfschmiede. Die restaurierte Hammerwerksanlage kann im praktischen Betrieb vorgeführt werden.
Kulturtreffpunkte...
Blumen- und Heilkräuterwanderungen, Nordic Walking, Bergwanderführungen gehören in Schleching zum Wochenprogramm ebenso wie Theateraufführungen, Konzerte der Musikkapelle und Kinder- und Familienwanderungen. Ein großes Volksmusikantentreffen zählt zu den Highlights der musikalischen Unterhaltung in Schleching.
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Quelle: Touristik-Information Schleching