Skip to content. Skip to navigation

Portal

Sections
Personal tools
You are here: Home Projekte Euregio Inntal Kulturfuehrer Traunstein
Document Actions

Traunstein

by root last modified 2006-11-07 13:48

Zurück zur Übersichtskarte

Oberbayern
Einwohnerzahl ca. 18.351
Seehöhe 600 m
Tourist-Info Traunstein, Tel. +49(861)9869523,
tourismus@traunstein.de
Veranstaltungskalender:
www.traunstein.de (Veranstaltungen)


Für geschichtlich Interessierte…

Die erste urkundliche Erwähnung von Traunstein erfolgte relativ spät im Jahre 1245 n.Chr. Es lassen aber Aufzeichnungen über die Region bis in das Jahr 790 n.Chr. zurück auf eine bereits frühere Besiedlung schließen. Die seit 1180 in Bayern regierenden Wittelsbacher betrieben zur Festigung ihrer Herrschaft eine planmäßige und konsequente Politik. Ein Hauptbestandteil war die Anlage von (respektive der Ausbau vorhandener Besiedlung zu) befestigten Städten an militärischen und wirtschaftlichen Brennpunkten. Traunstein bot sich für eine Wittelsbacher Gründungsstadt geradezu an. Der Ort nahe der Grenze zum Erzstift Salzburg lag auf einer Anhöhe über der Traun, von der er in einem nach Osten ausholenden Bogen umflossen wurde, und sicherte den Flussübergang der wichtigen Salzhandelsroute von Reichenhall nach München. 1275 verlegte der Herzog eine bisher im benachbarten Lauter erhobene Maut nach Travnstain, das schon wenig später, um 1300, als Stadt mit Bürgern, Zoll, Salzhandelsprivilegien, drei Mühlen und zwei Toren als Teil der Stadtbefestigung bezeichnet wird. Diese Befestigung, eine Ringmauer samt Graben, umschloss den weiten, saalartigen Markt entlang der alten Salzstraße. Ein Rat als Organ städtischer Selbstverwaltung lässt sich ab 1314 nachweisen. Entstanden war ein baulich geordneter, geschlossener und befestigter Rechts-, Gerichts- und Marktbezirk mit Ansätzen bürgerlicher Selbstverwaltung. Lediglich auf die kirchliche Organisation hatte die Stadtgründung keinerlei Einfluss. Zum Pfarrsitz hatte sich zuvor schon der etwa drei Kilometer südlich gelegene Nachbarort Haslach entwickelt - mit einem ersten Nachweis um 1140 in Gestalt des Otto von Hasilach, Priester. St. Oswald, 1342 urkundlich erwähnt, war bis 1851 als Filiale der dortigen Pfarrkirche „Unsere Liebe Frau“ untergeordnet, ein nachhaltiger Stachel im Fleisch des städtischen Selbstverständnisses. Am Ende dieser Entwicklung von der präurbanen Ansiedlung zur verfassten Stadt stand die Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1375 durch Herzog Friedrich.
Der Wirtschaftsfaktor für Traunstein bis zum Ausgang des Mittelalters war das Salz. Der Transport von Salz aus Reichenhall wurde über Traunstein und Wasserburg nach München durchgeführt. Traunstein war schon um 13oo n.Chr. Zwischenlager für das Reichenhaller Salz. Durch das Geschäft mit dem Salz bewahrte sich Traunstein bis hinauf ins 16 Jhdt. seine Stellung im südbayrischen Raum. Als jedoch der Salzhandel verstaatlicht wurde und die reichen Salzsender Traunstein verließen geriet die dort angesiedelte Wirtschaft ins Stocken. Die Salzzölle blieben jedoch aufrecht. 1613 entdeckte man in Reichenhall ein neues, reichhaltiges Salzflüssl, dessen Versiedung aus Mangel an Holz nicht mehr möglich war. Unter dem Einfluss seiner Berater verfügte Herzog Maximilian am 4. Januar 1616 eine revolutionäre Neuerung. Über das Gebirge sollte die Sole nach Inzell und Siegsdorf und von dort nach Traunstein geführt werden, wo Holz im Überfluss vorhanden war. Hofbaumeister Hans Reiffenstuel und sein Sohn Simon konstruierten ein Rohrleitungssystem, ein technisches Meisterwerk aus mehr als 8 000 Deicheln, wobei sieben Pumpstationen auf 31 Kilometern einen Höhenunterschied von 253 Metern überwanden.
Gleichzeitig errichtete man auf dem Pflegeranger der kaum besiedelten Au südlich unterhalb der Stadt eine Saline; Sudstätten, Härthäuser und Wohnungen entstanden in nur dreijähriger Bauzeit. Am Oswaldtag des Jahres 1619 wurde der Betrieb aufgenommen.
In allen heimatkundlichen Veröffentlichungen wurde die Saline stets als das Äquivalent zum Verlust des Salzhandels, ihr Gründer Maximilian demnach als besonderer Gönner der Stadt dargestellt. Mit der Gründung eines Weißbierbrauhauses 1611 hatte der Herzog bereits einige Jahre vor der Saline einen ersten Staatsbetrieb in Traunstein geschaffen. Wie die Salzgewinnung war auch das Brauen von Weißbier ein landesherrliches Monopol mit hoher Gewinnerwartung. Das neue Modegetränk verdrängte den in Altbayern zu dieser Zeit üblichen Wein völlig und auch für die bürgerlichen Braunbierbrauer wurden die Hofbräuhäuser zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz. Von den Greueltaten des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) blieb Traunstein weitgehend verschont. Kein feindlicher Soldat überschritt den Inn, die Einquartierung eigener Hilfstruppen, denen ein verheerender Ruf vorausging, verhinderte 1633/34 ein Aufstand der Chiemgauer Bauern - mit Traunstein als einem der Zentren. Machtlos waren die Menschen jedoch gegen die im Gefolge des Krieges grassierende Pest. Am 25. und 26. Juli 1704 besetzten österreichische Truppen Traunstein. Der kommandierende General von Guttenstein gewährte zunächst Schonung, doch mussten hohe Brandschatzungsgelder geleistet werden. Die regulären Einheiten zogen am 22. August wieder ab, zurück blieben Hilfstruppen, ungarische Panduren, die nicht ohne Grund als raub- und plünderungssüchtig gefürchtet waren. Noch in derselben Nacht zündeten sie die Stadt an zwei entgegen gesetzten Punkten an und um das Feuer richtig zu entfachen, warfen sie brennende Pechkränze in die Häuser! Niemand durfte löschen. Erst nach wiederholtem Bitten erlaubte man den Bürgern zu retten, was noch zu retten war.
In der Nacht vom 25. zum 26. April 1851 zerstörte erneut ein verheerender Brand nahezu die gesamte Stadt. Seine Ursache konnte nie aufgeklärt werden. Für die stets kolportierte Behauptung, es habe sich um einen Racheakt als Reaktion auf die ein Jahr zuvor erfolgte Verlegung des Pfarrsitzes von Haslach nach Traunstein gehandelt, fehlt jeglicher Beweis. „Traunstein, das schöne Traunstein liegt in Asche!“, meldete erschüttert der Münchner Volksbote. Noch heute ist der Verlust historischer Bausubstanz im Vergleich zu den benachbarten Inn-Salzach-Orten Wasserburg, Mühldorf oder Tittmoning spürbar. Der Wiederaufbau erfolgte rasch und setzte eine Entwicklung in Richtung Tourismus ein. Aufgrund zahlreicher Kuranstalten erlang Traunstein im Jahre 1936 und 1938 das Prädikat Luft- und Kneippkurort.


Sehen Sie selbst…

Traunstein ist die Vaterstadt von Papst Benedikt XVI. Hier erlebte der junge Joseph Ratzinger seine prägenden Jugendjahre. Er ging in Traunstein zur Schule, besuchte das Erzbischöfliche Studienseminar St. Michael und feierte seine Primiz in der Stadtpfarrkirche St. Oswald. Über die früheren Wirkungsstätten informiert der beschilderte Traunsteiner Benediktweg. Man kann den Weg anhand einer Broschüre selbständig erkunden oder in den Monaten Juni bis September an Führungen teilnehmen. Informationen hierzu bei der Tourist-Information Traunstein

Die Geschichte des Jacklturms steht im engen Zusammenhang mit der Geschichte der Stadt Traunstein, denn der Turm war ein Teil der Befestigung der Stadt und die Befestigung, die Ringmauer, war eines der wichtigsten Merkmale einer Stadt überhaupt.

1951 kamen der Volksbund und die Stadt Traunstein überein, einen Soldatenfriedhof auf der Gemarkung Hohes Kreuz anzulegen. Der Volksbund errichtete diese Kriegsgräberstätte im Einvernehmen mit der Bayerischen Staatsregierung. Verschiedene namhafte Künstler setzten ihr Können daran, den Kriegstoten des Chiemgaus eine würdige letzte Ruhestätte zu bereiten. 1037 Kriegstote aus 73 verschiedenen Gemeinden fanden hier ihre letzte Ruhestätte.

Erleben Sie Schritt für Schritt das traditionsreiche Hofbräuhaus Traunstein und erfahren Sie (fast) alle Geheimnisse der bayerischen Braukunst. Entdecken, erleben, verkosten wie Bier gebraut wird.

Erleben Sie im Druckereimuseum des Traunsteiner Tagblatts die Druckgeschichte von Gutenberg bis heute. Vom Handsatz bis zum Computer und vom Steindruck bis zum Rotationsdruck ist die Geschichte des Druckens in diesem wohl einmaligen Privatmuseum zu besichtigen.

Seit fast 30 Jahren gibt es in Traunstein die Städtische Galerie – und gleich daneben den Kunstraum Klosterkirche. Hier finden das ganze Jahr über Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt.

Kulturtreffpunkte...

Die Traunsteiner Sommerkonzerte – ein hochkarätig besetztes Kammermusik-Festival - locken jedes Jahr Hunderte von Besuchern in den Kunstraum Klosterkirche.

Im November in Traunstein treffen sich Sänger und Musikanten alljährlich, um den Traunsteiner Lindl eine begehrte Volksmusikauszeichnung zu erhalten. Diese Auszeichnung gibt es seit 1967.

Traditionell am Ostermontag findet in Traunstein der Georgiritt (Osterritt) statt. Zu dem Osterbrauch versammeln sich die Teilnehmer in mittelalterlichen Kostümen zu dem Wallfahrtsritt hinauf zum Ettendorfer Kircherl. Abschluss des Georgiritts ist der historische Schwerttanz auf dem Stadtplatz.

Images

traunstein1

traunstein2

Quelle: Stadt Traunstein

Navigation
Log in


Forgot your password?
« January 2009 »
Su Mo Tu We Th Fr Sa
123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031