Wasserburg am Inn
Oberbayern
Einwohnerzahl ca. 12.348
Seehöhe 428 m
Städtisches Verkehrsamt, Tel. +49(8071)10522, stadtverwaltung@wasserburg.de
Veranstaltungskalender: www.wasserburg.de/de/kalender/
Für geschichtlich Interessierte…
Im Jahre1137 n.Chr. verlegt Hallgraf Engelbert seinen Stammsitz von Limmburg in seine Wasserburg, dies ist die Geburtsstunde der heutigen Stadt Wasserburg. Ca. 100 Jahre später erobert nach 17-wöchiger Belagerung Herzog Ludwig (später Ludwig II der Strenge) die Stadt. Durch einen Erbvertrag steht das Ganze seither in Wittelsbacher Besitz. Um das Jahr 1250 n.Chr. wird das erste Rathaus in Wasserburg gebaut und 5 Jahre später die erste Bürgerkirche. Bereits in diesem Jahrhundert werden in der Stadt erste Stadtrechte ausgeübt (Gewerbe- und Steuerhoheit).
Im 14. Jhdt. kommt es dann zum ersten Stadtbrand, der große Teile der Stadt in Schutt und Asche legt. Etwa zur selben Zeit fällt Wasserburg durch Losentscheid mit dem Land vor dem Gebirg an Bayern-Ingolstadt, dies geschah im Rahmen der bayerischen Landesteilung, 50 Jahre später kommt es zu einer erneuten Teilung und Wasserburg wird Landshut zugesprochen.
Anfang des 15. Jhdts. wird die Stadtbefestigung ausgebaut und so kommt es, dass Herzog Heinrich von Landshut im Jahre 1422 n.Chr. die Stadt vergeblich belagert und unverrichteter Dinge wieder abziehen muss (ein Denkmal im Rathaus erinnert an diese Zeit). Im Jahre 1439 n.Chr. erfolgt die Verleihung des Salzscheibenpfennigs auf ewige Zeiten. In der Mitte dieses Jahrhunderts wird das Rathaus durch Jörg Tünzl neu errichtet.
Während des Landshuter Erbfolgekrieges übergibt die Bürgerschaft die Stadt an Ruprecht von der Pfalz. Die Wasserburg selbst wird von 1526-1537 von Herzog Wilhelm IV. zum herzoglichen Schloss umgebaut.
Während einer großen Pest-Epidemie im Jahre 1634 gelobt die Bürgerschaft in Wasserburg die Pfarrkirche zu erneuern – was auch ein Jahr später durch die Gebrüder Zürn erfolgte.
Auch Wasserburg blieb vom österreichischen Erbfolgekrieg nicht unverschont, die Bauernschlacht am Achatzberg erinnert daran.
Ende des 18. Jhdts. erfolgte der letzte bayerische Kreistag in Wasserburg und Ende des 19. Jhdts. brannte die Stadt zum letzten Mal. Nach dem Stadtbrand wurde eine stadtgeschichtliche Sammlung mit Ausstellungsraum in der ehemaligen St. Michaels Kapelle eingerichtet (heute: Städt. Museum).
Zu Beginn des 20. Jhdts wurden die Bahnlinien Wasserburg Bahnhof-Wasserburg Stadt und Wasserburg Bahnhof-Ebersberg eröffnet. 1972 wurde der Landkreis Wasserburg im Zuge der Landkreis-Gebietsreform Bayerns aufgelöst, Wasserburg gehört heute zum Landkreis Rosenheim. Die Altstadt die ja der Inn durchfließt wurde von 1984-1986 hochwassersicher gemacht. Im Jahre 1987 wurde die Bahnlinie Wasserburg Bahnhof – Wasserburg Stadt durch einen Dammrutsch unpassierbar gemacht und gibt es seither einen Stadtbusverkehr.
Schon im Mittelalter war Wasserburg durch die Innschifffahrt zu Reichtum und Bekanntheit gelangt, 1992 wurde die Innschifffahrt – für Touristenzwecke – wieder aufgenommen.
Sehen Sie selbst…
Die alte Wasserburg der Hallgrafen, die erstmals in der Gründungsurkunde 1137 so genannt wird, war als befestigter Platz mit Vorburg und Hauptburg im Westen und Osten durch tiefe Gräben, im Süden und Norden durch die steilen Flanken des Burgberges und an den Zugängen durch befestigte Tore geschützt. Ludwig der Gebartete von Bayern-Ingolstadt verstärkte 1415 die gesamte Befestigungsanlagen der Stadt und machte sie so zu einem fast uneinnehmbaren Bollwerk. Durch Herzog Wilhelm IV. wurde die frühere Burg in den Jahren 1531 bis 1537 zum heute vorhandenen, herzoglichen Schloss umgebaut.
Der günstigen Möglichkeit, den Inn an seiner engsten Stelle mit einer Brücke zu überspannen und damit den ganzjährigen Zugang zur Stadt sicherstellen zu können, verdankt die Stadt Wasserburg a. Inn ihren wirtschaftlichen Aufstieg und die Blüte im Mittelalter. Die jetzige Rote-Brücke wurde 1929 erbaut und 1982/83 in wesentlichen Teilen erneuert.
Als Eingangstor an der Innbrücke ist das Brucktor seit 1374 nachgewiesen. Es wurde im Laufe der Jahrhunderte wiederholt umgebaut. An der Innfront befinden sich Wandmalereien aus dem Jahre 1568.
Das erste imaginäre Museum ist weltweit einmalig. Hier werden Bilder gezeigt, die in einem aufwendigen Verfahren originalgetreu repliziert worden sind, aber auch Serigraphien zeitgenössischer Künstler.
Um die Originale der über 500 ausgestellten Meisterwerke zu besichtigen, wäre eine Weltreise notwendig, mit Besuchen in vielen Museen und bei privaten Sammlern.
Im Ganserhaus – ein Bürgerhaus - in der Schmidzeile ist die Galerie des Arbeitskreises 68, Künstlergemeinschaft Wasserburg a. Inn untergebracht. Die Sonderausstellungen namhafter Künstler sowie regelmäßige Mitgliederausstellungen spiegeln das aktuelle Kunstschaffen des Vereins zur Förderung der bildenden Kunst. Die Fassadenmalereien an diesem Baudenkmal aus dem 16. Jhdt, wurden 1970 freigelegt und in ihrer Renaissancefassung restauriert. Öffnungszeiten: je nach Ausstellung – Infos gibt das Verkehrsamt
In der Herrengasse, hinter dem Rathaus, ist das 1888 gegründete Museum der Stadt Wasserburg a. Inn in einem spätgotischen Bürgerhaus untergebracht, in dem die reichhaltigen Sammlungen mit dem Baudenkmal eine harmonische Einheit bilden.
Der Rote Turm steht, in die alte Mauer der Stadtbefestigung integriert, heute noch als letzter Torturm der alten Stadtbefestigung an der Stelle, an der sich früher eine sogenannte Zwerchmauer nach Norden hin zum Inn hinauszog, um auch bei Niedrigwasser Angriffe von der Landseite her abwehren zu können.
Der Hungerturm lag am Ende der vom Roten Turm nach Norden zum Inn führenden Zwerchmauer. Er war allerdings nicht Bestandteil der Stadtbefestigung, sondern erhielt seinen Namen, weil er als städtisches Schuldnergefängnis (Schuldturm) diente.
Um die Jahrhundertwende wurde im Gebiet um Wasserburg a. Inn Braunkohle geringer Mächtigkeit abgebaut. Der Eingang zum nächsten dem Stadtgebiet gelegenen Stollen wurde 1992 restauriert und erinnert an diese kurzzeitige Epoche des Wasserburger Kohleabbaus.
Die Schiffsanlegestelle am südlichen Ende der Roten Brücke, von der aus regelmäßig Rundfahrten auf dem Inn angeboten werden, befindet sich an der Stelle, von der aus zwischen 1850 und 1860 die Dampfschiffe zu ihren Fahrten nach Passau bzw. Rosenheim abfuhren. Durch den Bau der Staustufen ist die durchgehende Flussschifffahrt unmöglich geworden. Die Schiffszüge früherer Zeiten legten dagegen am gegenüberliegenden Innufer an und wurden dort be- und entladen. Von hier aus werden täglich um 14.15 Uhr und 15.15 Uhr (außer mittwochs) 1-stündige Fahrten auf dem Inn angeboten.
Das kleine Schloss Weikertsham liegt ca. 2 km südlich der Innbrücke, auf dem östlichen Innhochufer. Es wurde im 16. Jhdt. als Patriziersitz erbaut und zählt mit seiner auffälligen turmartigen, anmutigen Form zu den eigentümlichsten Baudenkmälern Oberbayerns. Das sich in Privatbesitz befindliche Schloss beherbergt heute einen Antiquitätenladen und kann am Donnerstag und Freitag in der Zeit von 14.00 – 18.00 Uhr, Samstag von 11.00-16.00 Uhr und Sonntags von 14.00 – 16.00 Uhr besichtigt werden.
Vorbei am Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Innstaustufe führt ein ca. 45-minütiger Fußweg zum Kloster Attel. Die sehenswerte Barockkirche der säkularisierten Benediktinerabtei wurde 1715 nach dem Muster der Kirche St. Michael in München erbaut. Im Eingang dieses imposanten Kirchenbaus befindet sich ein römischer Gedenkstein aus dem Jahre 204. Im Inneren auf der rechten Seite sieht man das von Wolfgang Leb 1509 gefertigte Stiftergrab. In der Nähe des Klosters Attel befand sich die Limburg, der Stammsitz der Hallgrafen, die durch die Verlegung ihres Herrschaftssitzes nach Wasserburg a. Inn 1137 die Blütezeit der Stadt einleiteten.
In der Straßenmeisterei am südlichen Stadtrand, an der Rosenheimer Straße gelegen, befindet sich das Wegmachermuseum. In der einmaligen, umfangreichen, über 1500 Exponate zählenden Sammlung wird an alten Werkzeugen, Geräten, Maschinen, usw., alles gezeigt, was mit Straßen- und Brückenbau seit der Römerzeit zu tun hat. Öffnungszeiten: Werktags von 08-11 Uhr und von 13-15 Uhr
Kulturtreffpunkte
Kunst & Kultur
Ungewöhnlich ist die Liebe der Wasserburger zu Kunst und Kultur. In und um Wasserburg haben sich viele Künstler aus bildender und darstellender Kunst angesiedelt. Wer gerne ausgeht, ins Theater, in ein Konzert oder eine Ausstellung, der wird hier schnell fündig. Das kulturelle Angebot ist für eine Kleinstadt dieser Größenordnung einzigartig und wird weitum bewundert.
Theater Belacqua
Internet: www.belacqua.de
Theater Das Narrenschiff
Internet: www.das-narrenschiff.de
Gabersee live
Internet: www.gabersee-live.de
Bekannt weit über die Grenzen der Region hinaus ist seit 1973 die Reihe der Wasserburger Rathauskonzerte. Alljährlich finden fünf bis sechs klassische Konzerte im Historischen Rathaussaal des Wasserburger Rathauses statt. Hier wird ein äußerst abwechslungsreiches Programm mit höchster Qualität geboten. Veranstalter ist die Stadt Wasserburg am Inn.
Internet: www.rathauskonzerte.de
Eine weitere musikalische Bereicherung im Veranstaltungsprogramm Wasserburgs bieten unter anderem auch die Konzerte der Wasserburger Stadtkapelle, des Wasserburger Bachchores und des Wasserburger Kammerorchesters. Konzerte finden regelmäßig an wechselnden Orten statt. Alljährlich im August gibt es den Wasserburger Klaviersommer, eine Art Trainingslager für angehende Konzert-Pianisten.
Internet: www.stadtkapelle-wasserburg.de
Internet: www.wasserburger-kammerorchester.de
Images
Quelle: Stadt Wasserburg