Wildschönau
Tiroler Unterland
Einwohnerzahl ca. 4.200
Seehöhe 938 m
Tourismusverband Wildschönau, Tel.: +43(5339)82550, info@wildschoenau.com
Veranstaltungskalender: www.wildschoenau.com/content/aktuelles/veranstaltungen.asp
Für geschichtlich Interessierte…
Ungefähr im Jahre 1190 machte ein bayerischer Graf eine Schenkung an das Kloster Herrenchiemsee. Unter den Zeugen, die bei diesem Anlass anwesend waren und die in der betreffenden, undatierten Aufzeichnung aufgezählt wurden, befand sich auch ein Adalbert aus der Wildschönau. Dies war also die erste urkundliche Erwähnung des Tals. Die Wildschönau ist aber nicht erst 800 Jahre alt. Ihre Gründung reicht zumindest bis in die Zeit um das Jahr 1000 zurück, als ebenfalls ein reicher bayerischer Adeliger das Kloster Seeon in der Nähe des Chiemsees stiftete. Zur Ausstattung dieser Gemeinschaft der Benediktinermönche dürfte auch ein damals wohl noch weitgehend unbesiedeltes Gebiet im Gebirge gehört haben, das in der Folge systematisch kolonisiert wurde.
Im 13. Jhdt. war wohl bereits ein guter Teil der heute kultivierten Flächen in der Wildschönau gerodet, und in der Folge wurden die Wiesen, Felder und Äcker noch etwas erweitert und intensiver bewirtschaftet, sodass die ursprünglichen Einzelhöfe in mehrere Einheiten aufgeteilt werden konnten. Die ältesten Höfe im Tale hatten an den Grundherrn zumeist einen auf den ersten Blick überraschenden Zins zu leisten. Sie waren zur Lieferung von Wein verpflichtet. Dabei dürfte es sich doch eher um Rebensaft gehandelt haben, der in Südtirol gewachsen war und von unseren Bauern erworben und dann als Zins abgeführt wurde, und nicht um Wein, den die damaligen Wildschönauer selbst produziert hatten. Mit dem Aufblühen des Bergbaus in Thierbach seit dem 16. Jhdt. kam ein neuer Akzent in das Wildschönauer Wirtschaftsleben. An den Abhängen des Gratlspitz baute man Silber- und Kupfererze ab, die in Brixlegg verhüttet wurden. In Oberau existierte Mitte des 18. Jhdts. vorübergehend sogar eine Leinwandfabrik, die vielen Heimarbeitern Beschäftigung bot. Aber weiterhin beherrschte eindeutig die Landwirtschaft im abgelegenen Hochtal das Leben aller Bewohner. Der Bergbau wurde wegen mangelnder Rentabilität im 19. Jhdt. aufgelassen. Das Jahr 1809 konfrontierte die Wildschönau erstmals in größerem Ausmaß mit dem Krieg und allen seinen Folgen. Wildschönauer Aufgebote standen an verschiedenen Brennpunkten der Kämpfe des Tiroler Heldenjahres im Einsatz gegen die verhassten Franzosen. Tote und Verwundete gab es damals aber nicht nur in der Heimat im Gefolge des Tiroler Aufstandes, sondern anschließend auch in Russland und Deutschland, wo Wildschönauer als unfreiwillige Soldaten im Dienste Napoleons starben. Erst das ausgehende 19. Jhdt. brachte sodann wesentliche Änderungen für die Menschen im Tal, wobei der Bau der Fahrstraße von Wörgl die entscheidende Wende anzeigte. Das weitgehend isolierte, auf sich selbst gestellte Seitental wurde nun schrittweise in die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung eingebunden. Ganz neue Dimensionen eröffneten die im Laufe des 20. Jhdts. weiter ausgebauten Straßenverbindungen dem Fremdenverkehr. Damit setzte die Konjunktur eines Wirtschaftszweiges ein, der vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg das Leben aller Bewohner der Wildschönau direkt oder indirekt völlig veränderte.
(Quelle: Univ.-Prof. Dr. Josef Riedmann )
Sehen Sie selbst…
Das 1. Tiroler Holzmuseum in Auffach bietet Wissenswertes und Kurioses aus der Wildschönauer Holzgeschichte, untergebracht ist es in der Holzschnitzerei Hubert Salcher. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 08.00 bis 12.30 Uhr, Samstag von 08.00 bis 12.00 Uhr
Das Bergbauernmuseum „z’Bach“ in Oberau ist ein besonders faszinierendes Museum, denn es ist ein lebendes Museum. Das Haus war bis 1995 bewohnt und als Bauernhof bewirtschaftet. Erst als der Besitzer beschloss, einen neuen Bauernhof oberhalb der Straße zu bauen, stand dieser jahrhunderte alte Hof leer. Die Gemeinde beschloss, ihn zu kaufen und ihn für ein Museum zu widmen. Öffnungszeiten: jedes Jahr von Mai-Oktober und Dezember-März
Nach 130-jährigem Dornröschenschlaf erwachte im Jahr 1991 der verlassene Silberstollen zu neuem Leben. Der historische Rückblick auf die Wildschönauer Knappentradition live am Originalschauplatz - das erwartet heute den Besucher tief im Berg. Öffnungszeiten: jedes Jahr von Mai-Oktober
Kulturtreffpunkte...
Eine Reihe von Veranstaltungen in der ganzen Wildschönau sowie im Speziellen Veranstaltungen im Bergbauernmuseum z`Bach lassen das Jahr wie im Flug vorübergehen.
Images
Quelle: TVB Wildschönau