Wörgl
Tiroler Unterland
Einwohnerzahl ca. 12.281
Seehöhe 513 m
Ferienregion Hohe Salve, Tel.: +43(5332)76007, info@hohe-salve.com
Veranstaltungskalender: www.woergl.at (Veranstaltungen)
Für geschichtlich Interessierte…
Die erste urkundliche Nennung Wörgls war im Jahre 1120. Im Jahre 1842 fand man im Anger des Unterkrumbacherhofes die Reste eines römischen Landhauses. Seither gab der Boden in und um Wörgl immer wieder große Flächenfunde frei, die eine Besiedlung zurück bis in die frühe Eisenzeit (rd. 1.000 Jahre vor Christus) in so reichem Umfang dokumentieren, dass der Raum als der umfassendste prähistorische Grabungsplatz Nordtirols anzusehen ist (Grattenbergl, Egerndorfer Feld, Wimpissinger-Schottergrube). Ein Anziehungspunkt lag in den erst jüngst nachgewiesenen Erzabbauten des hier ausstreichenden Schwazer Dolomits, doch sicher gab auch die Verkehrslage (Weg von den Kupfergruben um Kitzbühel zum Inntal) den Anreiz zum Entstehen dieser Siedlungen.
Stadt - Markt - zwei Dörfer. Trotz der administrativen Aufteilung auf zwei Landgerichte (seit 1410) waren ältere Gemeinsamkeiten weiterhin lebendig geblieben. Es gab wohl zwei Dorfmeister und zwei Trüchl (Gemeindekassen), doch einen Namen, eine gemeinsame Kirche und eine einheitliche Wirtschaftsgemeinde, die Flur und Wald gemeinsam nutzte und miteinander die Lasten trug, wie der Dorfbrief von 1609 beweist (ein aufschlussreiches Rechtsdokument über die Lebensumstände unserer Vorfahren). Selbstverständlich sind die Wörgler gute Tiroler und stolz auf alles, was zur guten Tradition des Landes im Gebirge gehört. Im Volkscharakter allerdings zeigen sich im Vergleich zu anderen Landesteilen doch einige Unterschiede; wohl etwas übertrieben behauptet man sogar, bei uns - den Unterländern - seien die Begräbnisse lustiger als im Oberland die Hochzeiten. Der Grund? Vielleicht ist es einmal die glückliche Lage in einer heiter stimmenden Natur, getrost kann man aber auch behaupten, dass die tausend Jahre der Zugehörigkeit zum bayrischen Land im Gebirge maßgeblich an jenem Gemütszug des Leben und leben lassen mitgeformt haben. Erst 1504 fiel das Land unterhalb der Zillermündung endgültig an die Grafschaft Tirol (Eroberung der Festung Kufstein durch Kaiser Maximilian), bereits im späten 6. Jhdt. aber waren die Bayern auf ihrem Zug nach dem Süden bis in unseren Raum vorgedrungen, in der die römische Provinzialverwaltung schon seit langer Zeit festen Fuß gefasst hatte. St. Laurentius, der Pfarrpatron, weist auf eine vorgermanische Christianisierung hin und selbst noch in den Flurkarten der Jahre vor dem Bahnbau zeigen die Grundstücke an der damaligen Reichsstraße jene Quadratform und Größe, wie sie vom römischen Ackermaß her bekannt sind.
Die kurz vorher vereinigten Dorfgemeinden Wörgl-Kufstein und Wörgl-Rattenberg (entern und herentern Bach) waren 1911 zum Markt erhoben worden. Dies sogar in Vertretung der Majestät, der man allerdings einen Ausflug über den roten Teppich hinaus ersparen wollte, bot sich doch zwischen Bahnhof und Dorfkern - alte Postkarten zeigen nüchtern die heute nostalgisch umwehte Realität - eher das Bild einer Pioniersiedlung im hitzigen Fortschrittsoptimismus der Gründerzeit. 1858 war das Dampfross erstmals von Kufstein nach Innsbruck gerollt, 1875 erreichte die Giselabahn von Salzburg her die Nordtiroler Linie und machte Wörgl zum Bahnknotenpunkt, Industrie und Zuwanderung folgten.
1809, Tirols Heldenjahr. Das österreichische Korps, zur Unterstützung des Tiroler Landsturms entsandt, erlitt in seinem einzigen Einsatz von militärischer Bedeutung zwischen Grattenbergl und Wörgler Kirche eine vernichtende Niederlage (Bild im Siegessaal der Residenz München, Denkmal „Trauernder Landesverteidiger“ vor der Pfarrkirche). Wörgl, die junge Stadt im Tiroler Unterland: Geschäfte, Betriebe, Schulen, Neubauten, dazu noch viel heil gebliebenes Umland. Für Kulturtouristen nebensächlich. Die Bausubstanz - selten mehr als hundert Jahre alt. (Quelle: Otto Walch )
Sehen Sie selbst…
Wissenswertes über das „Wörgler Freigeld“ oder was es genau mit dem Kerbholz auf sich hat - im Heimatmuseum erfahren Sie alles! Das Wörgler Heimatmuseum befindet sich bei der neu renovierten Musikschule in der Brixentalerstraße (neben der Kirche). Es sind Ausstellungsstücke von der ersten Erwähnung Wörgls in der röm. Zeit bis zur Gegenwart zu sehen. Öffnungszeiten: Juni bis September
Nachdem es vor einigen Jahren noch sehr schlecht um die Filz bestellt war, wurde unter dem Motto „Rettet die Filz“ dieses einmalige Biotop wieder saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dieser neu entstandene Naturlehrpfad mit Knüppelweg bietet Interessantes für Jung und Alt.
Kulturtreffpunkte...
Als Amateurtheaterverein, im Jahre 1987 gegründet, hat es sich die Stadtbühne Wörgl zur Aufgabe gemacht, hauptsächlich lustige Schwänke und Boulevard-Stücke zur Aufführung zu bringen. Jährlich werden je sechsmal zwei verschiedene abendfüllende Bühnenwerke gezeigt. Die Probentermine ergeben sich zweimal pro Woche. Hauptspielort ist das Volkshaus Wörgl in der Brucknerstrasse.
Die Gaststubenbühne Wörgl ist ein seit 1988 ein aktiver Amateurtheaterverein, der mindestens eine Produktion pro Jahr zur Aufführung bringt. Der Verein versteht sich selbst nicht nur als Theaterverein, der Stücke zur Aufführung bringen will, sondern sieht vor allem in der Zusammenarbeit aller beteiligten Kreativen (Schauspiel, Bühnenbild, Lichttechnik, Tontechnik, Plakatdesign, ...) die echte Herausforderung, um letztendlich echte Eigenproduktionen erfolgreich und aktuell umzusetzen. Die Bühne ist Kulturpreisträger der Stadt Wörgl.
Der Kunstverein ARTirol hat seinen Sitz in Wörgl und 80 KünstlerInnen, hauptsächlich aus dem Unterland
sind aktiv dabei. Jährlich gibt es eine große Bilderausstellung unter dem Titel ARTirol. Jeden letzten Montag im Monat trifft man sich um 19:30 zum Kunstratsch'n im Hotel Panorama Royal in Bad Häring. Gäste sind Willkommen. Immer Donnerstag findet im Schulzentrum Wörgl um 19:30 ein Aktzeichnen statt. Erreichbar ist der Verein über die E-Mail-Adresse: kunstverein@artirol.at
Das Veranstaltungszentrum KOMMA leistet einen ganz erheblichen Teil einer modernen Stadtkultur und macht den Kulturstandort Wörgl attraktiv. Das Zielpublikum definiert sich aus allen Bereichen der Kultur. Der Auftrag besteht aus der kreativen Auseinandersetzung mit künstlerischen Qualitäten einerseits und Abdeckung des Bedarfes an Kultur andererseits. Im Zuge einer kulturpolitischen Entwicklung soll die Zusammenarbeit mit Kulturinitiativen und verwandten Interessensgruppen forciert und dadurch die Vielfalt der Kultur gefördert werden.
Der Kinderkulturverein LIRUM LARUM Wörgl veranstaltet neben den bereits renommierten „Wörgler Märchentagen“ im Herbst auch im Jahr 2006 zusätzlich den „1. Wörgler Märchenfrühling“. Das Angebot reicht von Theaterproduktionen, über musikalische Programme bis hin zu Lesungen, Theaterworkshops und englischsprachigen Theateraufführungen durch Schüler. (Tel. 05332-70514)
Im Jahre 1958 gegründet, erarbeitete sich der gemischte Motetten-Chor ein reichhaltiges Repertoire an geistlicher und weltlicher Literatur aller Stilepochen, das kontinuierlich erweitert wird, zuletzt u.a. mit einer Messe des jungen österreichischen Komponisten Wolfram Wagner. Auf seinen Reisen im In- und Ausland ist der Chor klingender Botschafter der Stadt Wörgl. (Tel. 053 72 / 616 05. )
Images
Quelle: Stadtgemeinde Wörgl